Aktie
Die STRABAG SE notiert seit dem Jahr 2007 im Prime Market der Wiener Börse. Nach Marktkapitalisierung zählt die STRABAG SE-Aktie zu den fünf größten Titeln im ATX Prime.
Die STRABAG SE-Aktie
Im ersten Halbjahr 2025 präsentierten sich die internationalen Kapitalmärkte insgesamt in robuster Verfassung. Sinkende Inflationsraten und stabile bis leicht sinkende Zinserwartungen verliehen den Börsen weltweit Auftrieb. In vielen Regionen erreichten die Aktienmärkte neue Rekordstände, bevor es zu leichten Korrekturen kam. Besonders Technologie- und Industrieunternehmen trieben die Kurse deutlich nach oben. Der starke US-Dollar stellte für europäische Exporteure eine Herausforderung dar, dämpfte die Erholung jedoch nur moderat. Trotz geopolitischer Spannungen blieb die Stimmung an den Märkten überwiegend optimistisch. In den USA standen vor allem Künstliche Intelligenz und Konsum im Fokus der Anleger. In Europa profitierten die Märkte von nachlassendem Preisdruck und selektiven Wachstumsimpulsen, etwa durch Infrastrukturinvestitionen. Besonders gefragt waren europäische Industrie- und Energiewerte. Private wie institutionelle Investoren zeigten wieder mehr Mut zu risikoreicheren Engagements. Die Aussichten für die zweite Jahreshälfte bleiben vorsichtig optimistisch.
Seit Anfang 2025 verzeichneten der österreichische Leitindex ATX und der Branchenindex STOXX Europe 600 Construction & Materials einen kontinuierlichen Anstieg, gestützt durch solide Unternehmenszahlen, rückläufige Inflation und wachsende Zuversicht an den Märkten. Ende März gerieten die Börsen jedoch unter Druck: Unerwartete US-Zölle, Gegenmaßnahmen, Rezessionssorgen und eine unsichere Kommunikation belasteten das Marktumfeld. Innerhalb weniger Tage gaben beide Indizes einen Großteil ihrer Gewinne wieder ab. Ab Mitte April setzte eine Erholung ein, nachdem die US-Zölle teilweise zurückgenommen wurden und sich das Marktumfeld vorübergehend beruhigte. Bis zum Ende des zweiten Quartals 2025 hatten ATX und STOXX Europe 600 Construction & Materials ihre zwischenzeitlichen Verluste weitgehend aufgeholt und notierten wieder nahe dem Niveau vor den Turbulenzen.
STRABAG SE-Aktienkurs vs. Vergleichsindizes
€ 80,70
STRABAG SE-Aktie
zum Ende des Halbjahres
Im bisherigen Jahresverlauf 2025 hat sich die STRABAG SE-Aktie stark entwickelt und ihren Kurs gegenüber dem Jahresende mehr als verdoppelt. Auch das Handelsvolumen hat sich in diesem Zeitraum deutlich erhöht. Diese Entwicklung kann auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückgeführt werden: Zum einen wurde im Geschäftsjahr 2024 ein deutlich höheres Ergebnis als ursprünglich geplant erzielt. Zudem beginnen sich für die Bauwirtschaft relevante Rahmenbedingungen zu entspannen, insbesondere die laufenden Zinssenkungen dürften die Situation im Hochbau verbessern. Schließlich ist STRABAG als Marktführerin in Deutschland bestens für die Umsetzung von Projekten aus dem angekündigten Sondervermögen Infrastruktur positioniert. Den vorläufig höchsten Wert im ersten Halbjahr 2025 erreichte die STRABAG SE-Aktie (AT000000STR1) am 26.5.2025 mit einem Kurs von € 86,30. Am 30.6.2025 schloss sie bei € 80,70 und lag damit um 104 % über dem Schlusskurs zum Jahresende 2024 von € 39,50. Damit setzte sich die STRABAG SE-Aktie zum Ende des ersten Halbjahres 2025 klar an die Spitze des ATX Prime und erzielte die beste Performance unter allen in diesem Marktsegment gelisteten Unternehmen.
In der Eigentümerstruktur der STRABAG SE kam es in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 zu folgenden Änderungen: Im März verkaufte die Haselsteiner Familien-Privatstiftung STRABAG-Aktien im Umfang von 1,7 % des Grundkapitals, im Mai folgte die UNIQA-Gruppe mit dem Verkauf von 1,5 % des Grundkapitals. Beide Transaktionen erfolgten im Rahmen von Privatplatzierungen bei institutionellen Investoren. Infolge dieser Platzierungen reduzierte sich der Anteil der Haselsteiner Familien-Privatstiftung an der STRABAG SE auf rund 29 %, jener der UNIQA-Gruppe auf rund 15 %. Damit halten beide Kernaktionäre nun in etwa wieder jene Anteile, die sie bereits vor der Kapitalerhöhung im Jahr 2024 – im Zuge der Verwässerung des Rasperia-Anteils – besaßen. Durch die beiden Privatplatzierungen erhöhte sich der Streubesitz der STRABAG SE-Aktie von 10,9 % auf 14,1 %. Dadurch hat sich die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien merkbar erhöht, was sich positiv auf die Handelsliquidität der Aktie auswirken sollte.
Die Aktionärin MKAO „Rasperia Trading Limited“ unterliegt weiterhin den Sanktionen der Europäischen Union sowie des Office of Foreign Assets Control (OFAC), der US-Sanktionsbehörde. Aufgrund des fortbestehenden Asset Freeze im Rahmen der EU-Sanktionen sind die Aktien von Rasperia (ebenso wie Dividendenansprüche und der Auszahlungsanspruch aus den von der Hauptversammlung 2023 beschlossenen Kapitalmaßnahmen) nach wie vor eingefroren. Dies führt nach Rechtsauffassung der STRABAG SE dazu, dass Rasperia derzeit keine Aktionärsrechte ausüben darf, insbesondere nicht an Hauptversammlungen der STRABAG SE teilnehmen und keine Stimmrechte ausüben kann. Die beiden Anfechtungsverfahren, die von Rasperia gegen Hauptversammlungsbeschlüsse aus dem Jahr 2022 eingeleitet wurden, sind noch anhängig. Die Anfechtungsklage von Rasperia gegen Hauptversammlungsbeschlüsse aus dem Jahr 2023 ist mittlerweile rechtskräftig abgewiesen worden.
Im August 2024 klagte Rasperia beim Handelsgericht Kaliningrad die STRABAG SE, deren Kernaktionäre und die AO Raiffeisenbank auf Schadenersatz wegen faktischer Wertlosigkeit ihrer STRABAG-Aktien (einschließlich der Dividendenansprüche für die Geschäftsjahre 2021, 2022 und 2023) im Zusammenhang mit der Einhaltung der Sanktionen durch die STRABAG SE und die Kernaktionäre. Das Handelsgericht Kaliningrad sprach Rasperia die eingeklagten € 1,87 Mrd. plus Zinsen in vollem Umfang zu; der Betrag wurde bei der AO Raiffeisenbank in Russland eingehoben. Im bisherigen Instanzenzug wurde das Urteil mehrfach bestätigt.
Im August 2025 hat Rasperia beim Handelsgericht Kaliningrad eine weitere Klage gegen STRABAG SE, deren Kernaktionäre und die AO Raiffeisenbank eingebracht. Die Klage ist auf weiteren Schadenersatz in Höhe von € 326 Mio. plus Zinsen gerichtet. Gegenstand der Klage sind die eingefrorene Ausschüttung aus den von der Hauptversammlung 2023 beschlossenen Kapitalmaßnahmen und die Dividendenansprüche für das Geschäftsjahr 2024.
Im Juni 2025 hat Rasperia zudem beim Handelsgericht Kaliningrad gegen STRABAG-Kernaktionäre und die Raiffeisen Bank International AG einen Antrag auf Erlass einer Unterlassungsverfügung eingebracht, mit der unter anderem ein Verbot erwirkt werden soll, gerichtliche Verfahren an Gerichten außerhalb der Russischen Föderation gegen Rasperia einzuleiten oder fortzusetzen und für den Fall von Verstößen ein pauschaler Schadenersatz in Höhe von € 1,09 Mrd. verhängt werden soll
Die bereits im Oktober 2024 vor einem Schiedsgericht in Amsterdam eingereichte Klage der STRABAG-Kernaktionäre gegen Rasperia betreffend das Vorkaufsrecht aus dem (ehemaligen) Syndikatsvertrag ist weiterhin anhängig. Aufgrund des strafbewehrten Unterlassungsantrags von Rasperia beim Handelsgericht Kaliningrad haben die Raiffeisen- und die Uniqa-Gruppe die im Oktober 2024 durch die Kernaktionäre vor einem Schiedsgericht in Amsterdam eingereichte Klage zurückgenommen. Die HPH-Gruppe als weiterer Schiedskläger analysiert derzeit die Rechtslage und hat noch keine finale Entscheidung zum weiteren Vorgehen gegenüber STRABAG SE kommuniziert.
Die STRABAG SE-Aktie wird derzeit von fünf internationalen Banken analysiert:
- Erste Group, Wien (Michael Marschallinger)
- Kepler Cheuvreux, Wien (Elias New)
- LBBW, Stuttgart (Jens Münstermann)
- ODDO BHF Austria, Wien (Markus Remis)
- Raiffeisen Bank International, Wien (Gregor Koppensteiner)
Detaillierte Ergebnisschätzungen und Empfehlungen finden Sie auch auf der STRABAG SE-Website.
Aktienkennzahlen
6M/2025 | 6M/20241 | |
STRABAG-Aktie AT000000STR1 | ||
Schlusskurs zum Ende des Halbjahres (€) | 80,70 | 38,95 |
Halbjahreshoch (€) | 86,30 | 44,75 |
Halbjahrestief (€) | 40,40 | 37,20 |
Performance sechs Monate (%) | 104 | -6 |
KGV zum Ende des Halbjahres | 98 | 46 |
Ausstehende Inhaberaktien zum Ende des Halbjahres (Anzahl) | 118.221.9792 | 118.221.9793 |
Umsatz sechs Monate (€ Mio.)4 | 787,97 | 126,59 |
Durchschnittlicher Tagesumsatz (Stück)4 | 92.127 | 24.786 |
Ergebnis je Aktie (€) | 0,82 | 0,84 |
Buchwert je Aktie (€) | 41,5 | 36,5 |
Marktkapitalisierung zum Ende des Halbjahres (€ Mrd.) | 9,5 | 4,5 |
Grundkapital (€ Mio.) | 118 | 118 |
1Einschließlich: ISIN AT0000A36HJ5 bestand vom 28.3.2024 bis 26.9.2024: Schlusskurs zum Ende des Halbjahres € 38,60, Halbjahreshoch € 41,80, Halbjahrestief € 36,00
2Einschließlich 2.779.286 Stück eigenen Aktien
3Einschließlich 2.779.006 Stück eigenen Aktien
4Doppelzählung