Länderbericht

STRABAG sieht sich als europäischer Technologiekonzern für Baudienstleistungen mit starkem Fokus auf Zentral- und Osteuropa. Um das Länderrisiko noch weiter zu streuen und von Marktchancen zu profitieren, ist STRABAG auch auf anderen Kontinenten tätig. Zum einen hat es im Unternehmen Tradition, der Auftraggeberschaft in neue Märkte zu folgen, zum anderen ermöglicht das bestehende Ländernetzwerk mit etablierten Organisationsstrukturen, die Technologie mit geringem Aufwand zu exportieren und in neuen Regionen einzusetzen.

Weltwirtschaft

Wachstumsvergleich Bauleistung versus BIP Europa

Resilient trotz Unsicherheiten

Trotz anhaltender geo- und finanzpolitischer Unsicherheiten zeigte sich die Weltwirtschaft im Berichtsjahr widerstandsfähig, und eine Rezession blieb aus. Die US-Zollpolitik führte zwar zu spürbarer Verunsicherung im Welthandel, doch konnten neu verhandelte Zollvereinbarungen die negativen Effekte letztlich mildern. Gleichwohl steht der globale Warenverkehr weiterhin unter Druck, was sich in leicht steigenden Endverbraucherpreisen niederschlägt.

Das weltweite Wirtschaftswachstum entwickelte sich insgesamt verhalten, wobei sich die Dynamik sowohl in China als auch in den USA abschwächte. In Europa bleibt die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin gedämpft. Belastend wirkten insbesondere die Folgen des Russland-Ukraine-Konflikts sowie die aktuell verhaltene Wachstumsdynamik Deutschlands als größter EU-Volkswirtschaft und wichtigem Exportmarkt. Positiv auf das konjunkturelle Umfeld wirkten sich die gelockerte Zinspolitik sowie eine stabilisierte Inflationsentwicklung aus. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Leitzins zuletzt auf 2 % und signalisiert die Absicht, dieses Niveau vorerst beizubehalten. Die US-Notenbank (Fed) senkte im Dezember 2025 zum dritten Mal in diesem Jahr ihren Leitzins und setzte ihn auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 % fest. In Europa stabilisierte sich die Inflation bei etwa 2 %, begünstigt durch leicht rückläufige Energiepreise, etwas geringerem Lohndruck und eine Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Neben der erwarteten Belebung des Privatkonsums dürften auch öffentliche Investitionen zunehmen. Unterstützt durch das niedrigere Zinsumfeld, sich stabilisierende Rohmaterialpreise sowie EU-Förderprogramme – insbesondere „NextGenerationEU“ – ist in den kommenden Jahren mit verstärkten staatlichen Investitionen zu rechnen, vor allem in den Bereichen Mobilitäts-, Energie- und Verteidigungsinfrastruktur. Auch nationale Initiativen wie das in Deutschland beschlossene Sondervermögen für Infrastruktur von € 500 Mrd. sind hier zu nennen.

Die Weltbank sieht für 2025 das Wachstum der Weltwirtschaft bei 3,4 % und geht auch für 2026 von einem Plus von 2,2 % aus. Weltweite Maßnahmen gegen die Inflation waren weitgehend erfolgreich, auch wenn der Preisdruck in einigen Ländern anhält. Nach einem Höchststand von 9,4 % im dritten Quartal 2022, wird die Teuerung im Jahr 2025 auf 3,2 % zurückgehen.

Für die EU errechnete die OECD für 2025 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 %, wobei das BIP in Deutschland und Österreich nahezu stagnierte. Das Bruttoinlandsprodukt der 19 Euroconstruct-Länder (EC-19) stieg 2025 ebenfalls um 1,3 %. Dabei variieren die Länderraten signifikant, sie liegen zwischen +10,8 % und 0,0 %. 2026 wird für den EC-19-Raum ein BIP-Wachstum von 1,3 %, für 2027 von 1,4 % und für 2028 von 1,3 % erwartet.

Alle Wachstumsprognosen sowie Bauvolumina auf Ebene der einzelnen Volkswirtschaften wurden den Berichten von Euroconstruct, EECFA (Eastern European Construction Forecasting Association) vom Winter 2025 und ACIF (Australian Construction Industry Forum) entnommen. Die angegebenen Marktanteilsdaten basieren auf den Daten aus dem Geschäftsjahr 2025 sowie auf Schätzungen für das Jahr 2025 von Euroconstruct und EECFA.

Bauwirtschaft

Positive Tendenzen

Nachdem die Bauwirtschaft in den EC-19-Ländern 2024 mit einem Minus von 1,7 % ihren Tiefpunkt erreicht hatte, setzte 2025 mit einem moderaten Anstieg von 0,3 % eine erste Erholungsphase ein. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren die Rückkehr zu moderaten gesamtwirtschaftlichen Wachstumsraten, die schrittweise Senkung der Leitzinsen sowie die Stabilisierung von Lohn-, Energie- und Materialkosten. Unterstützt wird diese Entwicklung zudem durch Fördermaßnahmen auf EU- und nationaler Ebene.

Sektoral betrachtet zeigte sich der Tiefbau 2025 stark und entwickelte sich mit einem Plus von 3,7 % am besten. Der sonstige Hochbau blieb mit einem Plus von 0,2 % stabil, und der Wohnbau musste angesichts des Umfelds mit -1,2 % Einbußen hinnehmen, die jedoch deutlich geringer als im Vorjahr ausfielen (2024: -4,0 %). Die stärksten Zuwächse verzeichnete die irische Bauwirtschaft mit einem Plus von 8,5 %, gefolgt von Spanien mit +4,0 % und Schweden mit +3,5 %. Italien bildete mit -2,7 % das Schlusslicht vor Frankreich und Deutschland (jeweils -1,4 %). Im Jahr 2026 soll sich das Bauwachstum der 19 Euroconstruct-Länder mit +2,4 % weiter erholen. Für 2027 und 2028 werden Anstiege um 2,2 % respektive 1,9 % erwartet. In den zentral- und osteuropäischen Kernmärkten der STRABAG SE stagnierte die Bauwirtschaft 2025, für 2026 und 2027 werden Anstiege von 1,0 % bzw. 2,0 % prognostiziert.

Bausektoren

Wachstumsvergleich Bausektor Europa

Tiefbau wirkt weiterhin stabilisierend

Der Wohnbau, in dem nach wie vor nahezu die Hälfte der gesamten europäischen Bauleistung erbracht wird, war 2025 mit einem Volumen von € 1.084,1 Mrd. um 1,2 % rückläufig. Die Entwicklung in den einzelnen Staaten und Sparten verlief dabei sehr unterschiedlich. Während der Neubau in den vergangenen zwei Jahren deutlich zurückging, sorgte die Renovierungssparte – nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Initiativen zur energetischen Sanierung und Gebäudedekarbonisierung – insgesamt für eine gewisse Ausgleichswirkung. In absoluten Zahlen erreichte Deutschland vor Frankreich das höchste Bauvolumen im Wohnbau, gefolgt von Italien und Großbritannien. Positives Wachstum verzeichneten unter anderem Irland, Ungarn, Polen, Schweden und Spanien. Am stärksten rückläufig entwickelte sich der Wohnbau in Italien und Deutschland, gefolgt von Frankreich, Österreich und der Slowakei. Euroconstruct sagt für 2026 eine Erholung der Bauleistung um 2,3 % voraus. 2027 soll sich dieser Erholungskurs mit einem Plus von 2,7 % fortsetzen und 2028 mit einer Steigerung von 2,5 % auf rund € 1.167 Mrd. leicht unter dem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2022 zu liegen kommen.

Der sonstige Hochbau – sein Anteil am europäischen Bauvolumen liegt bei rund 30 % – verzeichnete 2025 eine stabile Entwicklung von +0,2 %. Deutschland ist der größte Markt in dieser Sparte, gefolgt von Frankreich, Großbritannien und Italien. Die höchsten Zuwächse gab es in Finnland und der Slowakei, gefolgt von Irland und Italien. Am schwächsten entwickelte sich der sonstige Hochbau in Ungarn, den Niederlanden, Schweden und Belgien. Euroconstruct prognostiziert für die Sparte im Jahr 2026 eine stärkere Erholung von 1,9 %. Für 2027 und 2028 werden Zuwächse von 1,7 % bzw. 1,1 % erwartet.

Der Tiefbau, der rund 22 % zur europäischen Bauleistung beiträgt, erwies sich 2025 mit einem Plus von 3,7 % als resilienteste Sparte. Deutschland ist der größte Tiefbaumarkt, gefolgt von Italien, Großbritannien und Frankreich. Die stärksten Zuwächse gab es in Italien, Schweden, Tschechien und Portugal. Leicht rückläufig bzw. stagnierend entwickelte sich der Tiefbau lediglich in Norwegen und Ungarn. 2026 und 2027 soll die Wachstumsrate im europäischen Tiefbau jeweils bei +3,3 % bzw. +2,1 % liegen, für 2028 wird ein Plus von 1,9 % erwartet.

STRABAG erbringt den Großteil ihrer Leistung im Infrastrukturbereich, schwerpunktmäßig in den Bereichen Mobilität, Energie und Wasser. Rund 70 % unserer Kund:innen sind dem öffentlichen Sektor zuzurechnen. Insbesondere die Nachfrage der öffentlichen Hand im Bereich der Infrastruktur wirkt sich stabilisierend aus. Der Anteil des Wohnbaus an der Konzernleistung beläuft sich auf unter 10 %.

Entwicklung in den Kernmärkten der STRABAG SE

Im Folgenden stellen wir die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Bauwirtschaft in den acht Kernmärkten der STRABAG SE im abgelaufenen Jahr dar. 2025 entfielen 84 % der Konzernleistung auf diese Länder, deren Entwicklung somit in besonderem Maße für STRABAG von Bedeutung ist. Die Marktpositionen in den Kernmärkten basieren auf dem Durchschnitt der Leistung in den Jahren 2022 bis 2024.

Deutschland

Anteil an der Leistung des Konzerns (%)

Bauvolumen des Gesamtmarkts (€ Mrd.)

BIP-Wachstum (%)

Bauwachstum (%)

2025

2025

2025e

2026e

2025e

2026e

Deutschland

47

467,7

0,0

1,0

-1,4

0,5

Die deutsche Volkswirtschaft stagnierte im Jahr 2025, belastet von externen Krisen wie dem Ukraine-Konflikt oder der US-Zollpolitik. Eine hohe Steuerlast und strikte Regularien üben in Verbindung mit hohen Energiepreisen weiterhin Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Ab 2026 dürften öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie ein belebterer Privatkonsum jedoch für einen konjunkturellen Auftrieb sorgen. Die Lockerung der Schuldenbremse eröffnet zusätzlichen finanzpolitischen Spielraum. Euroconstruct erwartet für 2026 und 2027 jeweils ein Wachstum von 1,0 %, während für 2028 ein Zuwachs von 0,5 % prognostiziert wird.

Die deutsche Bauwirtschaft verzeichnete 2025 einen Rückgang der Bauleistung um 1,4 %. Während sich der Infrastruktursektor robust zeigte, blieb der Wohnungsbau infolge von Nachwehen der hohen Zinsen und Kosteninflation weiterhin unter Druck. Provisorische Haushaltsbudgets führten vor allem auf kommunaler Ebene zu Projektverzögerungen, da der endgültige Haushaltsbeschluss erst im September gefasst wurde. Im März 2025 kündigte die Bundesregierung im Zuge der Lockerung der Schuldenbremse ein Sondervermögen in Höhe von € 500 Mrd. für Infrastruktur und Klimaneutralität über zwölf Jahre an. Darin enthalten sind € 100 Mrd. für Länder und Kommunen sowie weitere € 100 Mrd., die in den Klima- und Transformationsfonds fließen sollen. Da erste Projekte aus dem Sondervermögen aufgrund langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren voraussichtlich erst Ende 2026 vergeben werden, rechnet Euroconstruct kurzfristig mit einem moderaten Anstieg der Bauleistung um 0,5 % im Jahr 2026, der sich 2027 auf 1,8 % ausweiten dürfte.

Im Wohnbau verlangsamte sich der Rückgang des Bauvolumens und kam im Jahr 2025 bei -2,4 % zu liegen. Trotz des hohen Bedarfs an Wohnraum wurden in den vergangenen vier Jahren aufgrund hoher Zinsen, reduzierter Fördermittel, gestiegener Bau-, Energie- und Grundstückskosten sowie bürokratischer Hürden deutlich weniger Neubauprojekte realisiert. Abgemildert wurde der Rückgang durch einen stabileren Renovierungsmarkt, insbesondere im Bereich der thermischen und energetischen Sanierung. Dank positiver Impulse wie niedrigerer Zinsen, Reallohnwachstum und Entbürokratisierungsinitiativen erwartet Euroconstruct für 2026 eine Stagnation, bevor sich der Trend 2027 mit 2,1 % wieder ins Positive dreht.

Der sonstige Hochbau, der 2025 um 1,0 % schrumpfte, blieb von wirtschaftlicher Unsicherheit und der Investitionszurückhaltung von Unternehmen sowie der öffentlichen Hand, insbesondere Gemeinden, belastet. Steigende Investitionen in medizinische Einrichtungen und kommunale Verwaltungsgebäude sowie die Erholung im industriellen und kommerziellen Hochbau werden voraussichtlich 2026 und 2027 für ein Wachstum von 0,7 % bzw. 1,4 % sorgen.

Der Tiefbausektor verzeichnete 2025 ein moderates Wachstum von 1,0 %. Verzögerte Budgetfreigaben bremsten im Jahresvergleich die Dynamik, während Investitionen in Bahn-, Telekommunikations- und Energieinfrastruktur positive Impulse setzten. Besonders im Bereich der Energie- und Wasserinfrastruktur und aufgrund des verabschiedeten Sondervermögens eröffnen sich mittel- bis langfristig zusätzliche Wachstumschancen. Für 2026 und 2027 werden Zuwächse von 1,8 % bzw. 1,2 % erwartet.

Mit einem Marktanteil von 2,0 % am gesamten Bauvolumen ist der STRABAG-Konzern das führende Bauunternehmen in Deutschland. Im Jahr 2025 wurden rund 47 % der Konzern-Gesamtleistung (2024: 49 %) mit € 9.515,82 Mio. in Deutschland erwirtschaftet. Mit rund 40.000 Mitarbeitenden, hoher eigener Wertschöpfungstiefe und einem dichten Baustoffnetzwerk ist STRABAG in Deutschland sehr gut positioniert, um die Infrastruktur-Modernisierungsoffensive maßgeblich mitzugestalten.

Österreich

Anteil an der Leistung des Konzerns (%)

Bauvolumen des Gesamtmarkts (€ Mrd.)

BIP-Wachstum (%)

Bauwachstum (%)

2025

2025

2025e

2026e

2025e

2026e

Österreich

14

51,4

0,3

1,1

-0,8

0,2

Nach zwei Rezessionsjahren verzeichnete Österreich 2025 mit einem BIP-Wachstum von 0,3 % wieder eine leichte wirtschaftliche Erholung. Dämpfend wirkten eine restriktivere staatliche Fiskalpolitik infolge des gesamtstaatlichen Budgetdefizits, eine schwächere Nachfrage nach Exportgütern sowie eine kurzfristige Inflationseskalation auf 3,5 %. Letztere resultierte aus dem Wegfall von Energiepreisobergrenzen und erhöhten öffentlichen Gebühren. Haupttreiber der Erholung war ein spürbarer Anstieg des privaten Konsums infolge gestiegener Reallöhne und sinkender Zinsen. Für 2026 prognostiziert Euroconstruct ein Wachstum von 1,1 %, das sich in den Jahren 2027 und 2028 stabil bei 1,2 % einpendeln soll.

Die österreichische Bauwirtschaft verzeichnete im Jahr 2025 mit einem Rückgang von 0,8 % eine deutliche Abschwächung des negativen Trends gegenüber 2024 (-5,2 %). Verbesserte Finanzierungsbedingungen, insbesondere niedrigere Zinsen, dürften zu einer schrittweisen Erholung im Wohnbau beitragen, allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau. Gleichzeitig ist infolge staatlicher Sparmaßnahmen mit rückläufigen Investitionen in die Infrastruktur zu rechnen. Dieser Effekt wird vor allem auf kommunaler Ebene sichtbar sein, während die staatliche Autobahngesellschaft ASFINAG sich aus Mauteinnahmen finanziert und an ihrem Investitionsplan für die kommenden Jahre festhält. Euroconstruct prognostiziert für 2026 ein leichtes Wachstum von 0,2 % sowie für 2027 und 2028 Zuwächse von 1,0 % bzw. 1,1 %.

Der Wohnbau verzeichnete 2025 einen Rückgang von 1,6 %, der deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr (2024: -6,7 %). Maßgeblich für diese Entwicklung waren Zinssenkungen bzw. sich stabilisierende Finanzierungskosten für Haushalte und Entwickler:innen. Der im Jahresvergleich geringere Rückgang ist jedoch auch darauf zurückzuführen, dass die Bautätigkeit nach den starken Einbrüchen der Vorjahre bereits auf einem deutlich niedrigeren Niveau liegt. Unterstützend wirkte der Renovierungsmarkt, der aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach energetischen und thermischen Sanierungen um 2,1 % zulegte. Mögliche Einschränkungen von Förderungen infolge des staatlichen Sparkurses könnten die Renovierungstätigkeit im Wohnbau dämpfen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum und die sanfte Wiederbelebung des Wohnbaus sollen diesen Effekt jedoch weitgehend kompensieren. Für 2026 und 2027 wird ein Wachstum von 0,5 % bzw. 0,9 % erwartet.

Das Bauvolumen im sonstigen Hochbau verringerte sich 2025 lediglich um 0,2 % und damit deutlich weniger stark als im Vorjahr (-5,3 %). Die schwache Konjunktur, weiterhin erhöhte Finanzierungskosten sowie Sparmaßnahmen der Regierung führten zu Verzögerungen bei privaten und öffentlichen Investitionen. Euroconstruct erwartet jedoch mittelfristig eine Erholung im Einklang mit dem makroökonomischen Wachstum und prognostiziert für 2026 eine stabile Entwicklung (+0,1 %) sowie für 2027 einen Anstieg von 2,3 %.

Der Tiefbau entwickelte sich im Jahr 2025, getragen von der staatlichen Investitionstätigkeit in Infrastrukturprogramme, robust und wuchs um 0,9 %. Angesichts restriktiverer Fiskalpolitik wird die öffentliche Hand – insbesondere auf kommunaler Ebene – ihre Neuinvestitionen in Straßen- und Wasserinfrastruktur voraussichtlich zurückfahren oder aufschieben. Wesentliche Infrastrukturvorhaben, darunter Autobahnausbauprojekte der ASFINAG, dürften fortgeführt werden. Sanierungen und Investitionen in Energieinfrastruktur, unterstützt durch EU-Förderprogramme und das nationale Ziel stabiler Energiepreise, bleiben vergleichsweise hoch. Für 2026 und 2027 werden Rückgänge von 0,7 % bzw. 1,3 % erwartet.

STRABAG erzielte in Österreich 2025 insgesamt 14 % der Konzernleistung (2024: 15 %). Weiterhin gehört Österreich damit neben Deutschland und Polen zu den Top 3-Märkten des Konzerns. Die Leistung erreichte 2025 ein Volumen von € 2.898,20 Mio. Damit hält STRABAG in Österreich einen Anteil von 5,6 % am Bauvolumen des Gesamtmarkts.

Polen

Anteil an der Leistung des Konzerns (%)

Bauvolumen des Gesamtmarkts (€ Mrd.)

BIP-Wachstum (%)

Bauwachstum (%)

2025

2025

2025e

2026e

2025e

2026e

Polen

9

86,8

3,2

3,1

3,4

5,3

Polens Wirtschaft legte auch 2025 mit einem BIP-Wachstum von 3,2 % kräftig zu. Wesentliche Impulse kamen vom höheren Privatkonsum durch gestiegene Reallöhne sowie von der verstärkten Investitionstätigkeit dank freigegebener EU-Fördermittel im Rahmen von NextGenerationEU und dem National Recovery and Resilience Plan (NRRP). Trotz einer Inflation von 3,5 % und eines erhöhten Haushaltsdefizits zeigt der Markt weiterhin eine dynamische Entwicklung. Euroconstruct prognostiziert für 2026 ein BIP-Wachstum von 3,1 % sowie 3,0 % bzw. 2,8 % für 2027 und 2028.

Nach dem Übergang zwischen den EU-Förderperioden in den Jahren 2023 und 2024 zog die polnische Bauwirtschaft 2025 um 3,4 % spürbar an. Trotz Herausforderungen wie steigenden Kosten für Baumaterialien, Grundstücke, Personal und Energie, wenn auch mit moderateren Zuwachsraten als in den Vorjahren, sowie einer teilweisen Abwanderung ukrainischer Arbeitskräfte überwiegen positive Impulse. Höhere Reallöhne beleben den Wohnbau, und freigegebene EU-Fördermittel aus dem NRRP und NextGenerationEU beflügeln die Investitionstätigkeit. 2026 soll die Wachstumsrate bei 5,3 % liegen, in den Jahren 2027 und 2028 bei jeweils 4,3 %.

Entgegen dem europäischen Trend verzeichnete der polnische Wohnbausektor 2025 ein markantes Wachstum von 7,2 %. Getragen wurde dies von solider Nachfrage, attraktiven Renditen bei Wohnungsbauprojekten, gelockerten Kreditvergaberichtlinien, niedrigeren Zinsen sowie staatlichen Förderprogrammen für Wohnbaufinanzierungen. Der Renovierungssektor ist von einem hohen Modernisierungsbedarf im Gebäudebestand gekennzeichnet. Mit Inkrafttreten der entsprechenden Baurichtlinie ist ab 2027 mit zusätzlicher Dynamik im Bereich energetischer und thermischer Sanierungen zu rechnen. Euroconstruct prognostiziert für 2026 ein Wachstum von 3,7 % und für 2027 von 5,1 %.

Der sonstige Hochbau entwickelte sich mit einem Plus von 0,1 % verhalten. Ab 2026 dürften staatliche Investitionen im Rahmen des NRRP neuen Schwung bringen. Im Fokus stehen militärische und medizinische Einrichtungen, Mobilitätsinfrastruktureinrichtungen wie Bahnhöfe und der CPK-Flughafen sowie energetische Sanierungen bestehender Gebäude. Zusätzlich werden High-Tech-Industriebauten, insbesondere in der Halbleiter- und Automobilindustrie, sowie Produktionsstätten für Komponenten der Energiewende – wie Wärmepumpen, Photovoltaik-Module und Windkraftanlagen – das Wachstum weiter stützen. Für 2026 wird ein Zuwachs von 4,0 %, für 2027 von 3,8 % erwartet.

Der Tiefbau in Polen wuchs 2025 um 4,0 %, begünstigt durch die Freigabe zuvor blockierter EU-Mittel aus dem NRRP. Neben Bahnprojekten wurden nach den Überflutungen 2024 im Südwesten Polens zahlreiche Straßen, Brücken und Wasserinfrastrukturanlagen instandgesetzt. Eine umfangreiche Pipeline von Großprojekten in Bahn-, Energie- und Wasserinfrastruktur sowie in Luftfahrt und Telekommunikation soll 2026 für ein Plus von 8,1 % sorgen. 2027 wird ein Anstieg von 4,2 % prognostiziert.

Als Nummer 2 der Baubranche in Polen realisierte STRABAG hier 2025 ein Bauvolumen von € 1.917,71 Mio. und damit 9 % der Gesamtleistung des Konzerns (2024: 9 %). Polen stellt somit den drittgrößten Markt der STRABAG-Gruppe dar. Ihr Marktanteil am gesamten polnischen Baumarkt beträgt 2,2 %.

Tschechien

Anteil an der Leistung des Konzerns (%)

Bauvolumen des Gesamtmarkts (€ Mrd.)

BIP-Wachstum (%)

Bauwachstum (%)

2025

2025

2025e

2026e

2025e

2026e

Tschechien

6

35,9

2,4

2,3

1,3

0,1

Die tschechische Wirtschaft erzielte 2025 ein BIP-Wachstum von 2,4 %. Neben einer stabilisierten Inflationsrate, der schrittweisen Senkung der Zinsen und einer im EU-Vergleich niedrigen Arbeitslosenquote trugen auch staatliche Investitionen bzw. EU-Mittel zur positiven Entwicklung bei. Zudem stimulieren kräftige Reallohnzuwächse den Privatkonsum. Trotz angekündigter Sparmaßnahmen zur allmählichen Reduktion des nationalen Budgetdefizits und Unsicherheiten über die Regierungsbildung nach den Parlamentswahlen im Oktober 2025 wird für 2026 ein stabiles BIP-Wachstum von 2,3 % erwartet. Für 2027 und 2028 wird ein Anstieg von 2,7 % bzw. 2,8 % prognostiziert.

Die tschechische Bauindustrie verzeichnete 2025 einen moderaten Zuwachs von 1,3 %. Belastend wirkten insbesondere der Fachkräftemangel sowie anhaltend hohe Preise für Baumaterialien und Energie. Von der EU subventionierte staatliche Investitionen in die Entwicklung ländlicher Regionen, die Energietransformation und den Ausbau der Mobilitätsinfrastruktur konnten im Berichtsjahr den schwachen Wohnbau weitgehend kompensieren. Für 2026 prognostiziert Euroconstruct infolge der neuen Regierungsbildung eine Stagnation bei +0,1 %. In den Folgejahren werden wieder steigende Zuwachsraten von 1,3 % im Jahr 2027 und 2,9 % im Jahr 2028 erwartet.

Der Wohnbau schrumpfte 2025 um 1,5 %, insbesondere im Neubausektor, wo langwierige Baugenehmigungsverfahren die erwarteten positiven Effekte niedrigerer Zinsen und stabiler Inflation ausbremsten. Ab 2028 soll ein neues digitales Baugenehmigungsverfahren Abhilfe schaffen. Der Renovierungsmarkt, der nahezu ein Drittel des Wohnbaumarktes ausmacht, wuchs dagegen deutlich um 2,5 %. Der anhaltend hohe Renovierungsbedarf sowie staatliche Förderprogramme für energetische Sanierungen und klimafreundlichen Neubau dürften positive Marktimpulse liefern. Für 2026 wird ein Rückgang von 0,6 % erwartet, bevor 2027 mit 2,0 % wieder Wachstum prognostiziert wird.

Der sonstige Hochbau in Tschechien wuchs 2025 um 1,7 %. Investitionen konzentrierten sich vor allem auf Gesundheits- und Bildungseinrichtungen sowie Großprojekte tschechischer Schlüsselindustrien, während der Bau von kommerziellen Gebäuden und Büros an Bedeutung verlor. Eine vermehrte Renovierungstätigkeit im Gesundheitswesen und der Bau von High-Tech-Anlagen in den Bereichen Chipherstellung, Automobilkomponenten, Elektronik und Energieerzeugung sollten für eine anhaltend hohe Dynamik im Markt sorgen. Für 2026 und 2027 prognostiziert Euroconstruct Zuwächse von 2,2 % und 2,4 %.

Der tschechische Tiefbau verzeichnete 2025 einen kräftigen Anstieg von 5,2 %. Staatliche Investitionen flossen teils in EU-geförderte Projekte der Mobilitätsinfrastruktur, insbesondere in den Schienenverkehr, sowie in Energie-, Wasser- und Telekommunikationsnetze. Mit einer voraussichtlich restriktiveren Fiskalpolitik dürfte die staatliche Investitionstätigkeit zurückgehen. Gleichzeitig sollen Kooperationen mit privaten Unternehmen im Rahmen von PPP-Projekten verstärkt werden. Für 2026 und 2027 prognostiziert Euroconstruct leichte Rückgänge von 0,2 % bzw. 0,4 %.

In Tschechien ist STRABAG die Nummer 3 im Markt. Mit einer Leistung von € 1.197,22 Mio. entfielen 2025 rund 6 % der Gesamtleistung des Konzerns (2024: 5 %) auf das Land. Der Marktanteil am gesamten Baumarkt beträgt 3,3 %.

Ungarn

Anteil an der Leistung des Konzerns (%)

Bauvolumen des Gesamtmarkts (€ Mrd.)

BIP-Wachstum (%)

Bauwachstum (%)

2025

2025

2025e

2026e

2025e

2026e

Ungarn

3

23,1

0,6

2,8

0,8

1,3

Die ungarische Wirtschaft verzeichnete 2025 ein BIP-Wachstum von 0,6 %. Steigende Reallöhne, stabile Beschäftigungszahlen und eine Normalisierung der Inflation – wenngleich auf höherem Niveau als im EU-Durchschnitt – wirkten positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung. Dämpfend wirkten hingegen der anhaltend hohe Leitzins von 6,5 % sowie rückläufige Investitionen infolge der verschärften Budgetdisziplin und der 2026 anstehenden Parlamentswahlen. Für 2026 wird ein BIP-Wachstum von 2,8 % erwartet, gefolgt von 3,2 % im Jahr 2027 und 2,5 % im Jahr 2028.

Nach den deutlichen Rückgängen der beiden Vorjahre erholte sich die ungarische Bauindustrie im Jahr 2025 mit einem Wachstum von 0,8 %. Während der Wohnbau spürbar zulegen konnte, entwickelten sich der sonstige Hochbau sowie der Tiefbau aufgrund weiterhin zurückhaltender staatlicher Investitionen verhalten. Euroconstruct erwartet trotz anhaltend eingefrorener EU-Mittel – mögliche Änderungen im Zuge der Parlamentswahlen 2026 bleiben abzuwarten – eine nachhaltige Belebung der Baukonjunktur. Für 2026 wird ein Wachstum von 1,3 % prognostiziert, das sich 2027 auf 4,0 % und 2028 auf 4,8 % erhöhen dürfte.

Der Wohnbau konnte im Jahr 2025 kräftig um 11,8 % zulegen. Diese positive Entwicklung ist neben den gestiegenen Reallöhnen insbesondere auf verschiedene staatliche Fördermaßnahmen zurückzuführen. Dazu zählen ein reduzierter Festzinssatz von 3 % auf Hypothekarkredite, beschleunigte Genehmigungsverfahren, Renovierungszuschüsse, erleichterte Eigenmittelanforderungen sowie eine Mehrwertsteuersenkung in bestimmten Regionen und beim Erwerb neuer Eigenheime. Für 2026 und 2027 prognostiziert Euroconstruct weiterhin hohe Wachstumsraten von 7,0 % bzw. 4,0 %.

Der sonstige Hochbau ging in Ungarn im Berichtsjahr um 5,1 % zurück. Belastend wirkten fehlende staatliche Investitionen und der Abschluss zahlreicher Großprojekte, insbesondere in den Bereichen E-Mobilität sowie öffentliche Verwaltungs- und Bürogebäude. Nach dem Investmentstopp der Regierung im Jahr 2022 wird ein Aufholeffekt im Gesundheits- und Bildungswesen erwartet. Zusätzliche Impulse könnten aus dem Verteidigungssektor sowie aus einer möglichen teilweisen Freigabe von EU-Mitteln zur Steigerung der Energieeffizienz von Nichtwohngebäuden kommen. Euroconstruct prognostiziert einen Rückgang von 4,8 % für 2026, ab 2027 dürfte der Sektor jedoch wieder um 1,1 % wachsen.

Im Jahr 2025 stagnierte der ungarische Tiefbau aufgrund ausgebliebener staatlicher Investitionen und fehlender EU-Fördermittel. Für die kommenden Jahre werden jedoch positive Impulse erwartet, insbesondere in den Bereichen Straßen-, Energie- und Wasserinfrastruktur. Der staatliche Straßen-Konzessionsbetreiber MKIF hat mehrere Großprojekte im Rahmen seiner zehnjährigen Ausbauinitiative gestartet, während ein Energieprogramm im Umfang von € 1 Mrd. den Ausbau von Energie- und Fernwärmenetzen sowie Gaskraftwerken vorantreiben soll. Laut Euroconstruct wird dies zu einem spürbaren Wachstum des Tiefbaus von 4,5 % im Jahr 2026 und 7,8 % im Jahr 2027 führen.

€ 592,41 Mio. und damit 3 % der Leistung des STRABAG-Konzerns wurden 2025 in Ungarn erwirtschaftet (2024: 3 %). Damit nimmt STRABAG den 3. Platz im ungarischen Baumarkt ein. Ihr Anteil am Gesamtmarkt erreicht 2,6 %.

Rumänien

Anteil an der Leistung des Konzerns (%)

Bauvolumen des Gesamtmarkts (€ Mrd.)

BIP-Wachstum (%)

Bauwachstum (%)

2025

2025

2025e

2026e

2025e

2026e

Rumänien

2

45,9

0,6

1,2

0,9

-5,5

Die rumänische Volkswirtschaft verzeichnete 2025 ein Wachstum von 0,6 %, das hinter den Erwartungen zurückblieb. Zur Eindämmung des hohen Haushaltsdefizits sowie zur Erhaltung des bestehenden Kreditratings implementierte die Regierung fiskalpolitische Maßnahmen, einschließlich Steuererhöhungen. In der Folge stiegen die Inflationsraten und belasteten in Verbindung mit anhaltend hohen Zinsen den privaten Konsum. Zudem schränken die Sparmaßnahmen der Regierung den Investitionsspielraum ein. Für 2026 und 2027 prognostiziert EECFA ein BIP-Wachstum von 1,2 % bzw. 2,5 %.

Die Leistung der rumänischen Bauindustrie profitierte im Jahr 2025 von Nachholeffekten im Hochbau und verzeichnete ein Wachstum von 0,9 %. Dagegen belasteten die Einschränkung staatlicher Investitionen, die hohe Inflation, gestiegene Personalkosten infolge der Mindestlohnerhöhungen sowie anhaltend hohe Zinsen den Tiefbau erheblich. Vor diesem Hintergrund erwartet EECFA für 2026 einen Rückgang der rumänischen Bauwirtschaft um 5,5 %. Für 2027 wird ein Rückgang von 2,2 % prognostiziert. Langfristig bleibt Rumänien ein Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial, der nach der Lockerung fiskalischer Beschränkungen deutlich an Dynamik gewinnen dürfte.

Nach einem deutlichen Rückgang von 10,9 % im Jahr 2024 konnte der Wohnbau 2025 mit einem Plus von 5,0 % eine Erholung verzeichnen. Die positive Entwicklung wurde durch eine steigende Kreditvergabe und mehr Baugenehmigungen unterstützt, blieb jedoch aufgrund realer Kaufkraftverluste, hoher Inflation und hoher Zinsen begrenzt. Ausbleibende Gehaltsanpassungen im öffentlichen Dienst sowie die Anhebung der Mehrwertsteuer und der Grundsteuer stellen zusätzliche Belastungen für den Sektor dar. EECFA prognostiziert für 2026 und 2027 Rückgänge von 5,6 % bzw. 3,0 %.

Der sonstige Hochbau verzeichnete im Jahr 2025 ein Wachstum von 0,6 %. Positiv entwickelten sich die Bereiche Hotel, Büro und Einzelhandel. In den kommenden Jahren könnten jedoch kommerzielle Immobilien unter der schwachen Kaufkraft leiden, während Bildungs- und Gesundheitsbauten von staatlichen Sparmaßnahmen betroffen sein dürften. Für 2026 prognostiziert EECFA einen Rückgang um 1,5 %, bevor der Sektor 2027 mit einem Wachstum von 1,4 % wieder ins Positive dreht.

Im Berichtsjahr ging der Tiefbau in Rumänien um 2,9 % zurück. Besonders stabil zeigte sich dabei der Bereich Energieinfrastruktur. Trotz einer umfangreichen Projektpipeline stellen rückläufige staatliche Investitionen und administrative Hürden weiterhin erhebliche Herausforderungen dar. Zusätzlich bremst der teilweise Verlust von EU-Fördermitteln aus dem NRRP die Dynamik, vor allem wenn sich Projekte so verzögern, dass sie nicht mehr im Förderzeitraum liegen. Für die kommenden Jahre wird ein Rückgang von 7,9 % im Jahr 2026 und 3,8 % im Jahr 2027 erwartet.

Der STRABAG-Konzern erreicht mit einer Leistung von € 510,21 Mio. im Jahr 2025 einen Anteil von 1,1 % am gesamten rumänischen Baumarkt und sichert sich damit den 3. Platz im Markt.

Slowakei

Anteil an der Leistung des Konzerns (%)

Bauvolumen des Gesamtmarkts (€ Mrd.)

BIP-Wachstum (%)

Bauwachstum (%)

2025

2025

2025e

2026e

2025e

2026e

Slowakei

2

10,8

0,9

1,3

2,0

1,1

Die slowakische Wirtschaft verzeichnete 2025 ein Wachstum von 0,9 %. Belastend wirkten vor allem die Auswirkungen der US-Zollpolitik auf die Automobilindustrie, die im EU-Vergleich höhere Inflation sowie Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushalts, darunter neue Steuern auf Finanztransaktionen und die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Demgegenüber sorgten die schneller als erwartete Inanspruchnahme von EU-Fördermitteln aus dem Recovery and Resilience Plan (RRP) sowie ein belebterer Privatkonsum für positive Impulse. Euroconstruct prognostiziert ein Wachstum von 1,3 % für 2026 und 1,5 % für 2027 und 2028.

Nach einem spürbaren Rückgang im Jahr 2024 infolge des Regierungswechsels wuchs die slowakische Bauindustrie 2025 um 2,0 %. Positiv wirkte die rasche Inanspruchnahme der RRP-Mittel. Dabei wurden Finanzmittel aus Dekarbonisierungsprojekten zugunsten der sozialen Infrastruktur umgeschichtet, wovon insbesondere der sonstige Hochbau profitierte. Belastend wirkten hingegen die Inflation sowie fiskalpolitische Maßnahmen der Regierung, insbesondere die Einführung einer neuen Gebühr auf Primärrohstoffe. Euroconstruct erwartet für 2026 ein Wachstum von 1,1 % und für 2027 infolge der Parlamentswahlen einen Rückgang um 0,4 %.

Der slowakische Wohnbau verzeichnete im Jahr 2025 einen Rückgang von 1,6 %. Belastend wirkten insbesondere zusätzliche Gebühren, die Erhöhung der Mehrwertsteuer, steigende Material-, Personal- und Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren sowie hohe Immobilienpreise. Fördermaßnahmen aus dem RRP zur Verbesserung der Energieeffizienz von Wohngebäuden, sinkende Zinsen und der angekündigte Bürokratieabbau sollen die Sparte wieder beleben. Für 2026 und 2027 wird ein Wachstum von 1,2 % respektive 2,0 % erwartet.

Der sonstige Hochbau erzielte 2025 einen kräftigen Zuwachs von 4,5 %. Treiber waren vor allem Umverteilungen im RRP zugunsten von Gesundheits- und Bildungsinfrastruktur sowie Sozialdiensten. Auch Investitionen im kommerziellen Bereich, insbesondere im Tourismus, wirkten positiv. Die (Elektro-)Automobilindustrie gilt nach wie vor als ein zentraler Treiber privater Investitionen. Während sinkende Zinsen und der Abbau bürokratischer Hürden Wachstumschancen eröffnen, stellen steigende Preise, der anhaltende Fachkräftemangel sowie höhere staatliche Gebühren und Steuern Herausforderungen dar. Für 2026 und 2027 prognostiziert Euroconstruct ein Wachstum von 1,0 % bzw. 2,3 %.

Der Tiefbau erholte sich 2025 mit einem Plus von 4,9 %. Ausschlaggebend waren mehrere zentrale, von der EU kofinanzierte Straßen- und Bahnbauprojekte, die nach Verzögerungen im Berichtsjahr anliefen. Für die kommenden Jahre wird aufgrund der strikten Fiskalpolitik ein gedämpftes Wachstum erwartet, insbesondere im Straßenbau. Gleichzeitig wird der erhebliche Sanierungsbedarf anerkannt, und rund 600 Brücken werden nun als potenzielle PPP-Projekte in Betracht gezogen. Energie- und Wasserinfrastruktur dürften weiterhin leichtes Wachstum verzeichnen. Für 2026 wird ein Plus von 0,8 % prognostiziert, bevor der Sektor infolge der Wahlen im Jahr 2027 voraussichtlich um 8,6 % schrumpft.

Mit einem Marktanteil von 3,0 % und einer Leistung von € 326,93 Mio. im Jahr 2025 ist STRABAG führend im slowakischen Markt. 2025 trug die Slowakei 2 % zur Gesamtleistung des Konzerns (2024: 2 %) bei.

Kroatien

Anteil an der Leistung des Konzerns (%)

Bauvolumen des Gesamtmarkts (€ Mrd.)

BIP-Wachstum (%)

Bauwachstum (%)

2025

2025

2025e

2026e

2025e

2026e

Kroatien

1

9,0

3,2

2,9

-0,1

1,3

Die kroatische Wirtschaft wuchs 2025 um 3,2 %. Der Rückgang der Arbeitslosenquote und steigende Reallöhne stärkten den privaten Konsum, während die sich erholende industrielle Produktion zusätzliche Impulse lieferte. Wesentliche Treiber waren zudem umfangreiche EU-Fördermittel sowie die nachhaltigen Vorteile des Schengen- und Eurozonen-Beitritts im Jahr 2023, die Kroatien als attraktiven Investitionsstandort weiter festigen. Angesichts dieser positiven Entwicklungen prognostiziert EECFA für 2026 und 2027 stabile BIP-Zuwächse von 2,9 % bzw. 2,5 %.

Die kroatische Bauindustrie stagnierte im Jahr 2025 bei -0,1 %. Temporäre Verzögerungen bei Projektstarts von Großprojekten im Tiefbau wurden durch Zuwächse im Hochbau weitgehend kompensiert. Im Wohnbau schwächt sich das Wachstum ausgehend von einem sehr hohen Ausgangsniveau ab, während die Projektpipeline im sonstigen Hochbau schrittweise abgearbeitet wird. Für das Jahr 2026 wird ein Anstieg der Bauleistung um 1,3 % erwartet, bevor die Baukonjunktur im Jahr 2027 bei +0,1 % erneut stagniert.

Der kroatische Wohnbau legte 2025 um 0,6 % zu. Nach acht Jahren starken Wachstums, in denen sich der Markt mehr als verdoppelte, deuten erste Anzeichen auf eine Verlangsamung hin. Die Nachfrage ausländischer Käufer:innen bleibt unverändert hoch, während der Erwerb von Wohneigentum für viele Kroat:innen zunehmend unerschwinglich wird. Die Regierung reagiert mit Maßnahmen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, darunter Subventionen, Neubauprogramme und Einschränkungen bei Kurzzeitvermietungen. Für 2026 und 2027 erwartet EECFA Wachstumsraten von 2,5 % bzw. 0,4 %.

Der sonstige Hochbau verzeichnete im Jahr 2025 ein Wachstum von 1,2 %. Impulse gingen insbesondere von Büro- und Industriegebäuden sowie von Bildungs- und Gesundheitsbauten aus, die durch EU-Förderungen unterstützt wurden. Demgegenüber entwickelte sich die Nachfrage im Einzel- und Großhandel sowie bei Hotels verhalten. Die Projektpipeline wird schrittweise abgearbeitet. Inwieweit sich die Anbindung an das europäische Verkehrsnetz langfristig in einer stärkeren Positionierung als attraktiver Industriestandort für ausländische Unternehmen niederschlägt, bleibt abzuwarten. Für 2026 und 2027 erwartet EECFA Rückgänge von 1,3 % bzw. 0,8 %.

Der kroatische Tiefbau verzeichnete im Berichtsjahr infolge verzögerter Projektstarts einen Rückgang von 2,1 %. Impulse werden künftig von EU-kofinanzierten Projekten in der Pipeline- und Mobilitätsinfrastruktur, insbesondere im Straßen- und Schienenbau, sowie in der Energie- und Wasserinfrastruktur erwartet. Letztere dürfte zusätzlich von staatlichen Investitionen in Höhe von rund € 1 Mrd. in Wasserinfrastruktur und Hochwasserschutz profitieren. Für 2026 wird ein Wachstum von 2,0 %, für 2027 ein leichter Anstieg von 0,3 % prognostiziert.

Im Jahr 2025 erzielte der STRABAG-Konzern in Kroatien eine Leistung von € 265,41 Mio. und erreichte mit einem Anteil von 2,9 % den 1. Platz am gesamten kroatischen Baumarkt.

Weitere Länder und Regionen

Anteil an der Leistung des Konzerns (%)

Bauvolumen des Gesamtmarkts (€ Mrd.)

BIP-Wachstum

Bauwachstum

2025

2025

2025e

2026e

2025e

2026e

Australien

3

196,1

2,1

2,3

1,6

2,3

Vereinigtes Königreich

3

292,8

1,5

1,2

1,9

2,8

Schweiz

1

74,8

1,3

1,2

0,2

1,5

Slowenien

< 1

5,8

0,8

2,1

1,7

1,7

Italien

< 1

281,6

0,5

0,7

-2,7

2,4

Schweden

< 1

55,5

0,9

2,6

3,5

6,2

Serbien

< 1

7,0

2,0

4,0

-7,4

2,3

Bulgarien

< 1

16,0

3,0

2,7

2,9

3,1

Dänemark

< 1

49,7

2,0

2,0

2,5

5,7

Darüber hinaus ist STRABAG in den Regionen Americas, Naher Osten, Afrika und Asien sowie in Benelux und sonstigen europäischen Ländern aktiv. Auf diese Regionen entfällt ein Anteil von 6 % an der Konzernleistung (2024: 7 %).