Segmentbericht

Übersicht über die vier Segmente im Konzern

Das Geschäft der STRABAG SE war 2025 in vier Segmente unterteilt: in die drei operativ tätigen Segmente Nord + West, Süd + Ost und International + Sondersparten sowie in das Segment Sonstiges, das die unternehmensinternen Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche umfasst. Die Segmente setzten sich 2025 bzw. im bisherigen Jahresverlauf 2026 wie folgt zusammen:

Nord + West

Zuständigkeit im Vorstand: Jörg Rösler
Deutschland, Schweiz, Benelux (ab 17.1.2025), Skandinavien, Spezialtiefbau

Zuständigkeit im Vorstand: Klemens Haselsteiner
Benelux (bis 17.1.2025)

Süd + Ost

Zuständigkeit im Vorstand: Péter Glöckler (seit 11.8.2025), Alfred Watzl (bis 6.8.2025)
Österreich, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Südosteuropa, Baustoffe

International + Sondersparten

Zuständigkeit im Vorstand: Siegfried Wanker
Tunnelbau, International, United Kingdom, Australien, Infrastruktur Development, Immobilien Development, Energy Infrastructure, Building Solutions, Hold Estate

Sonstiges

Zuständigkeit im Vorstand: Klemens Haselsteiner (bis 17.1.2025), Stefan Kratochwill (ab 19.2.2025), Christian Harder
Zentralbereiche, Konzernstabsbereiche

Klemens Haselsteiner ist am 17.1.2025 verstorben. Die verbleibenden Vorstandsmitglieder übernahmen interimistisch seine Agenden, bis Stefan Kratochwill am 19.2.2025 mit sofortiger Wirkung zum Vorstandsvorsitzenden der STRABAG SE ernannt wurde.

Bauvorhaben sind jeweils einem der Segmente zugewiesen (siehe Übersicht unten). Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Projekte mehr als einem Segment zugeordnet werden. Dies ist z. B. bei PPP-Projekten der Fall, bei denen der Bauanteil im jeweiligen geografischen Segment, der Konzessionsanteil aber in der Sparte Konzessionen des Segments International + Sondersparten zu finden ist. Bei segmentübergreifenden Projekten obliegt die kaufmännische und technische Verantwortung üblicherweise jenem Segment, das den höheren Auftragswert im Projekt aufweist.

Eine Segmenteinteilung erfolgt vorwiegend nach geografischen Gesichtspunkten. Vor allem Spezialitäten – z. B. der Tunnelbau – werden naturgemäß weltweit nachgefragt. Solche Geschäftsfelder werden im Segment International + Sondersparten gezeigt. Gleichzeitig finden sich in den beiden Segmenten Nord + West sowie Süd + Ost mitunter länderübergreifende Geschäftsfelder wie Spezialtiefbau oder Baustoffe. Diese werden mehrheitlich von einem dem jeweiligen geografischen Segment zurechenbaren Land aus organisiert.

Mitunter werden bestimmte Leistungen in mehreren Segmenten erbracht. Im Folgenden werden die Tätigkeiten jenen Segmenten zugeordnet, in denen eine wesentliche Leistungserstellung erfolgt. Details sind aus der Tabelle ersichtlich.

Mit wenigen Ausnahmen bietet STRABAG in ihren einzelnen europäischen Märkten Dienstleistungen in sämtlichen Bereichen der Bauindustrie an und deckt dabei die gesamte Bauwertschöpfungskette ab.

Leistungsangebot

Nord + West

Süd + Ost

International + Sondersparten

Wohnbau

Gewerbe- und Industriebau

Öffentliche Gebäude

Ingenieurbau

Brückenbau

Kraftwerksbau

Straßenbau, Erdbau

Sicherungs- und Schutzbauten

Leitungs- und Kanalbau

Baustoffproduktion

Bahnbau

Wasserstraßenbau, Deichbau

Ortsplatzgestaltung, Landschaftsbau, Pflasterungen, Großflächengestaltung

Sportstättenbau, Freizeitanlagen

Spezialtiefbau

Umwelttechnik

Fertigteilproduktion

Tunnelbau

Immobilien Development

Infrastruktur Development

Erneuerbare Energie Development

Betrieb/Erhaltung/Verwertung von PPP- und Erneuerbare Energie-Projekten

Building Solutions

Segment Nord + West

Das Segment Nord + West erbringt Baudienstleistungen nahezu jeglicher Art und Größe schwerpunktmäßig in Deutschland, der Schweiz, den Benelux-Ländern und Skandinavien. Auch der Spezialtiefbau findet sich in diesem Segment.

€ Mio.

2025

2024

Δ 2024-2025 %

Δ 2024-2025 absolut

Leistung

8.531,01

8.239,86

4

291

Umsatzerlöse

7.511,87

7.221,27

4

291

Auftragsbestand

13.413,69

12.088,14

11

1.326

EBIT

840,96

692,67

21

148

EBIT-Marge (% des Umsatzes)

11,2

9,6

Mitarbeiteranzahl (FTE)

23.161

22.392

3

769

Leistung – Segment Nord + West

€ Mio.

2025

2024

Δ 2024-2025 %

Δ 2024-2025 absolut

Deutschland

7.889

7.655

3

234

Schweiz

228

223

2

5

Benelux

181

139

30

42

Schweden

117

117

0

0

Österreich

45

35

29

10

Rumänien

42

31

35

11

Dänemark

7

19

-63

-12

Vereinigtes Königreich

5

13

-62

-8

Sonstige Länder

17

8

> 100

9

Gesamt

8.531

8.240

4

291

Leistung, Umsatz und EBIT

Deutschland mit größtem Impuls

Die Leistung im Segment Nord + West stieg im Geschäftsjahr 2025 um 4 % auf € 8.531,01 Mio. Aufgrund der relativen Größe innerhalb des Segments trug Deutschland am stärksten zu dieser Entwicklung bei. Hier wurde das Wachstum von Infrastruktur‑ und Industriebauprojekten getragen, während der kommunale Straßenbau aufgrund der verspäteten Verabschiedung des Finanzhaushalts infolge der Bundestagswahlen einen Rückgang verzeichnete. Zuwächse waren auch in den Benelux‑Ländern zu verzeichnen, vorwiegend im Hochbau.

Der Umsatz erhöhte sich analog zur Leistung um 4 % auf € 7.511,87 Mio. Das EBIT legte um 21 % auf € 840,96 Mio. deutlich zu; dies entspricht einer EBIT-Marge von 11,2 %, die damit auf bereits sehr hohem Niveau nochmals ausgebaut werden konnte. Maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen haben vor allem zwei Effekte in Deutschland: positive Beiträge aus Großprojekten im Infrastrukturbereich sowie milde Witterungsverhältnisse, die gegen Jahresende zu einer höheren Kapazitätsauslastung führten.

Leistung

Auftragsbestand

Auftragsbestand

Auftragsbestand auf hohem Niveau ausgebaut

Der Auftragsbestand wurde zum 31.12.2025 auf hohem Niveau weiter ausgebaut und stieg um 11 % auf € 13.413,69 Mio. Haupttreiber dieser Entwicklung war der Heimatmarkt Deutschland. Wesentliche Impulse lieferten strategisch bedeutende Projekte in den Bereichen Mobilitäts- und Energieinfrastruktur, darunter zentrale Bauabschnitte der Fehmarnsundquerung sowie Aufträge im Stromtrassenbau. Im Bereich High‑Tech‑Bauten konnte der Auftragsbestand unter anderem durch ein Megaprojekt in der Halbleiterindustrie sowie durch den ersten Bauabschnitt des IPAI Campus für Künstliche Intelligenz gestärkt werden. Die übrigen Märkte des Segments trugen ebenfalls positiv zur Entwicklung des Auftragsbestands bei, wenn auch in geringerem Umfang.

Mitarbeiteranzahl

Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich im Geschäftsjahr um 3 % auf 23.161 Beschäftigte (FTE). Im Einklang mit der Leistungsentwicklung war der stärkste Personalaufbau in Deutschland feststellbar. In geringerem Ausmaß kam es auch in den Benelux‑Ländern und in der Schweiz zu personellen Zuwächsen.

Ausblick

Deutlicher Leistungszuwachs erwartet

Auf Basis des erneut gestiegenen Auftragsbestands wird im Segment Nord + West für das Jahr 2026 trotz teils herausfordernder Rahmenbedingungen mit einer deutlichen Leistungssteigerung gerechnet.

In Deutschland zeichnet sich nach fünf Jahren erstmals wieder eine Erholung der Bauindustrie in allen Bereichen ab. Treibende Faktoren sind die angekündigte Investitionsoffensive der Deutschen Bahn sowie das Budget für Bundesstraßen in Höhe von € 11 Mrd. im Jahr 2026. Hinzu kommt die steigende Nachfrage im Bereich der Energiewende. Demgegenüber bleiben unzureichende kommunale Haushaltsmittel sowie der anhaltend intensive Preiswettbewerb nennenswerte Herausforderungen. Können Planungs- und Genehmigungsverfahren – unter anderem durch alternative Vertragsmodelle – beschleunigt werden, könnte das von der Bundesregierung bereitgestellte Sondervermögen in Höhe von € 500 Mrd. frühestens gegen Ende 2026 zu einer spürbaren Belebung der Nachfrage führen. Im Wohnungsbau zeigen sich nach den deutlichen Rückgängen der Vorjahre erste Anzeichen einer Trendwende, gestützt durch die Stabilisierung der Baukosten und verbesserte Finanzierungsbedingungen. Zwar agieren private Haushalte und Projektentwickler:innen weiterhin zurückhaltend, doch wird mit steigenden Investitionen im Rahmen des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität gerechnet.

In den Benelux-Ländern herrscht nach wie vor ein starker Verdrängungswettbewerb. STRABAG begegnet diesem Umfeld auch weiterhin mit einer sehr selektiven Angebotslegung. In den Niederlanden und in Belgien werden die ersten Chancen im Industriebau, vor allem im Bereich der Energiewende, wahrgenommen. Auch im Wohnungsbaumarkt ist eine leicht steigende Nachfrage eingetreten.

In Skandinavien wird die eingeleitete Konsolidierung und Stabilisierung fortgesetzt. Für 2026 werden sowohl für den dänischen als auch den schwedischen Baumarkt deutliche Zuwächse erwartet. Der Fokus von STRABAG liegt auf Projekten mittlerer Größe, vorrangig im Gewerbe- und Industriebau.

In der Schweiz ist weiterhin eine stabile Nachfrage nach Bauleistungen zu beobachten. Die erforderlichen Investitionen wurden umgesetzt, um den eingeleiteten Wachstumskurs weiter fortzusetzen.

Ausgewählte Großprojekte – Segment Nord + West

Land

Projekt

Auftragsbestand € Mio.

Anteil am Gesamtauftrags- bestand des Konzerns %

Deutschland

Bayerische Versorgungskammer

419

1,3

Deutschland

US-Klinik Weilerbach

411

1,3

Deutschland

Schleuse Kriegenbrunn

316

1,0

Deutschland

U5-Ost Hamburg

302

1,0

Deutschland

Central Business Tower

297

1,0

Segment Süd + Ost

Der geografische Fokus des Segments Süd + Ost liegt auf Österreich, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien sowie der Region Südosteuropa. Weiters werden in diesem Segment die Baustoffaktivitäten abgewickelt.

€ Mio.

2025

2024

Δ 2024-2025 %

Δ 2024-2025 absolut

Leistung

7.694,14

7.502,30

3

192

Umsatzerlöse

7.238,46

7.123,76

2

115

Auftragsbestand

7.963,12

7.738,49

3

225

EBIT

266,72

387,99

-31

-121

EBIT-Marge (% des Umsatzes)

3,7

5,4

Mitarbeiteranzahl (FTE)

26.218

26.852

-2

-634

Leistung – Segment Süd + Ost

€ Mio.

2025

2024

Δ 2024-2025 %

Δ 2024-2025 absolut

Österreich

2.407

2.479

-3

-72

Polen

1.747

1.571

11

176

Tschechien

1.086

995

9

91

Ungarn

577

577

0

0

Deutschland

486

540

-10

-54

Rumänien

440

428

3

12

Slowakei

305

292

4

13

Kroatien

251

222

13

29

Slowenien

138

89

55

49

Serbien

107

92

16

15

Bulgarien

76

48

58

28

Sonstige Länder

74

169

-56

-95

Gesamt

7.694

7.502

3

192

Leistung, Umsatz und EBIT

Polen und Tschechien mit kräftigen Zuwächsen

Das Segment Süd + Ost verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 einen Anstieg der Leistung von 3 % auf € 7.694,14 Mio. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch eine deutlich höhere Leistung in Polen und Tschechien getragen. Österreich entwickelte sich trotz eines schwachen Wohnungsbaumarkts und knapper kommunaler Budgets nahezu stabil.

Der Umsatz belief sich auf € 7.238,46 Mio. und erhöhte sich mit 2 % etwas weniger stark als die Leistung. Das EBIT reduzierte sich im Berichtsjahr auf € 266,72 Mio. (2024: € 387,99 Mio.), was einer EBIT-Marge von 3,7 % (2024: 5,4 %) entspricht. Während in einigen Ländern Ost- und Südosteuropas Ergebnisverbesserungen erzielt werden konnten, konnten unter anderem in Österreich und Ungarn die guten Ergebnisse des Vorjahres nicht wiederholt werden. In Österreich ist die finanzielle Lage der Kommunen angespannt, in Ungarn fehlen eingefrorene EU‑Mittel. Zusätzlich schlugen in Österreich Ergebnisbelastungen aus dem inzwischen rechtskräftig abgeschlossenen Kartellverfahren (Abänderungsverfahren) zu Buche.

Leistung

Auftragsbestand

Auftragsbestand

Dynamik im Infrastruktursektor in CEE

Der Auftragsbestand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3 % auf € 7.963,12 Mio. Den größten Beitrag zum Wachstum leistete Tschechien, getragen von mehreren erfolgreichen Projektakquisitionen im Bereich der Mobilitätsinfrastruktur, allen voran im Bahnbau. In Ungarn, Polen und Slowenien konnte der Auftragsbestand ebenfalls spürbar ausgebaut werden, unterstützt durch eine breite Mischung an Projekten in unterschiedlichen Bausparten.

Mitarbeiteranzahl

Der Mitarbeiterstand verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 leicht um 2 % auf 26.218 Beschäftigte (FTE). Während sich die Mitarbeiterzahl in Österreich rückläufig entwickelte, kam es in Polen und Tschechien im Einklang mit der höheren Leistung zu Personalaufstockungen.

Ausblick

Leistungsplus trotz divergierender Trends

Trotz divergierender Trends wird auf Basis des hohen Auftragsbestands im Segment Süd + Ost für 2026 eine solide Leistungssteigerung erwartet.

In Österreich steht der Hochbau weiterhin unter Druck, bedingt durch den schwachen Wohnungsbaumarkt der vergangenen Jahre und die insgesamt herausfordernden Rahmenbedingungen des Wirtschaftsstandorts, welche die Investitionsbereitschaft der Industrie bremsen. Im Verkehrswegebau machen sich vor allem die angespannten Gemeindebudgets bemerkbar bzw. ist davon auszugehen, dass staatliche Sparmaßnahmen infolge des Budgetdefizits die Ausschreibungstätigkeit in diesem Bereich weiter dämpfen werden. Demgegenüber wirken die konstant hohen Investitionen der ASFINAG und der ÖBB stabilisierend. Positive Impulse ergeben sich aus dem Bereich Bauen im Bestand sowie aus Investitionen in die Energieinfrastruktur und den Bau von Rechenzentren. Weitere Marktchancen eröffnen sich bei Spezialgewerken sowie Projekten zur klimaresilienten Stadtentwicklung und bei der Entsiegelung von Flächen.

In Polen hat die Freigabe der EU-Fördermittel zu einer spürbaren Belebung der staatlichen Investitionstätigkeit geführt, insbesondere im Bereich der Mobilitätsinfrastruktur. Die Ausschreibungsvolumina im Bahn- und Straßenbau haben sich deutlich erhöht; darüber hinaus werden weitere großvolumige Projekte in der Energie- und Verteidigungsinfrastruktur erwartet. Mit der Übernahme von ZABERD konnte sich STRABAG zudem als führendes Unternehmen im Bereich der Straßeninstandhaltung positionieren. Im Hochbau bleiben private Investitionen derzeit verhalten, während öffentliche Investitionen diese Entwicklung teilweise kompensieren. Die erfolgten Zinssenkungen dürften ab 2026 zusätzliche Wachstumsimpulse liefern.

Die Lage in Ungarn bleibt aufgrund zurückgehaltener EU-Mittel sowie einer im Vorfeld der Parlamentswahlen 2026 geringeren öffentlichen Investitionstätigkeit weiterhin herausfordernd. Positiv hervorzuheben sind hingegen Aufträge aus der produzierenden Automobilindustrie und ihren Zulieferbetrieben sowie ausländische Direktinvestitionen in den Bereichen Batterietechnologie und digitale Dienstleistungen. In den kommenden Jahren werden zudem Investitionen in die Straßen-, Wasser- und Energieinfrastruktur erwartet.

Im tschechischen Verkehrswegebau ist ein deutliches Wachstum der Ausschreibungsvolumina zu beobachten. Insbesondere im Bahnbau zeigt sich eine positive Marktdynamik, in der für 2026 weitere Ausschreibungen in Höhe von rund € 3,6 Mrd. vorgesehen sind. Auch im Bereich Energie- und Wasserinfrastruktur entwickelt sich die Ausschreibungslage positiv. Vor dem Hintergrund sinkender Zins- und Inflationsraten ist mit einer zunehmenden privaten Investitionstätigkeit zu rechnen.

In der Slowakei dürften ab 2026 infolge der anstehenden Kommunalwahlen vermehrt Investitionen in den Verkehrswegebau fließen, wobei insbesondere in diesem Bereich ein spürbarer Konkurrenz- und Preisdruck herrscht. Im Bahn- und Brückenbau wird die Ausschreibung mehrerer Großprojekte erwartet, darunter auch Vorhaben in Form von Public-Private-Partnerships (PPP). Im Hochbau wird mit einer Erholung im Industrie- und Wohnungsbau gerechnet.

Die Nachfrageentwicklung in den Märkten Südosteuropas zeigt insgesamt unterschiedliche Tendenzen, die in Summe jedoch eine stabile Entwicklung vorweisen. In Kroatien liegt der aktuelle Schwerpunkt – gestützt durch EU-Fördermittel – auf der Energie-, Wasser- und Mobilitätsinfrastruktur, wobei insbesondere der Bahnbau im Fokus steht. In Slowenien schaffen rekordhohe Staatsausgaben zusammen mit EU-gestützten Investitionsprogrammen stabile Wachstumsimpulse für den Bausektor, insbesondere im Infrastruktur- und Wohnungsbau. Rumänien gilt weiterhin als vielversprechender Wachstumsmarkt mit erheblichem Infrastrukturbedarf, der teilweise durch EU-finanzierte Investitionen unterstützt wird. Belastend wirken derzeit vor allem fiskalpolitische Maßnahmen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits. In den Märkten Südosteuropas ist eine verstärkte Präsenz von Mitbewerbern aus dem außereuropäischen Raum, etwa aus China oder der Türkei, zu beobachten.

Die im Segment Süd + Ost gebündelten Baustoffaktivitäten zeigen in Summe eine zufriedenstellende Tendenz und sind für das Handlungsfeld Kreislaufwirtschaft der Strategie 2030 von wesentlicher Bedeutung.

Ausgewählte Großprojekte – Segment Süd + Ost

Land

Projekt

Auftragsbestand € Mio.

Anteil am Gesamtauftrags- bestand des Konzerns %

Slowakei

F.D. Roosevelt Klinik

257

0,8

Tschechien

Eisenbahnknoten Česká Třebová

224

0,7

Polen

Bahnknoten Maksymilianowo

160

0,5

Polen

DK12 Umfahrung Głogów

151

0,5

Slowenien

Emonika City Centre (südlicher Teil)

126

0,4

Segment International + Sondersparten

Das Segment International + Sondersparten umfasst neben den weltweiten Tunnelbauaktivitäten auch den Großteil des außereuropäischen Geschäfts der STRABAG SE. Darüber hinaus werden – unabhängig von ihrer Leistungserbringung – das Infrastruktur Development, das Immobilien Development, Energy Infrastructure sowie das Building Solutions-Geschäft in diesem Segment gebündelt. Das Segment umfasst außerdem die Unternehmensbereiche United Kingdom, Australien und die STRABAG Hold Estate (Bestandshaltung von Immobilien).

€ Mio.

2025

2024

Δ 2024-2025 %

Δ 2024-2025 absolut

Leistung

4.030,13

3.268,68

23

761

Umsatzerlöse

3.944,87

3.059,27

29

886

Auftragsbestand

9.981,89

5.505,02

81

4.477

EBIT

181,69

-2,28

n.a.

184

EBIT-Marge (% des Umsatzes)

4,6

-0,1

Mitarbeiteranzahl (FTE)

22.796

21.255

7

1.541

Leistung – Segment International + Sondersparten

€ Mio.

2025

2024

Δ 2024-2025 %

Δ 2024-2025 absolut

Deutschland

1.076

1.094

-2

-18

Australien

578

0

n.a.

578

Americas

526

514

2

12

Vereinigtes Königreich

518

681

-24

-163

Österreich

405

280

45

125

Naher Osten

259

252

3

7

Polen

156

106

47

50

Italien

134

107

25

27

Tschechien

94

6

>100

88

Asien

91

103

-12

-12

Benelux

76

76

0

0

Rumänien

25

5

>100

20

Afrika

24

8

>100

16

Slowakei

19

10

90

9

Sonstige europäische Länder

16

13

23

3

Kroatien

13

0

n.a.

13

Schweden

13

0

n.a.

13

Slowenien

5

3

67

2

Schweiz

2

3

-33

-1

Ungarn

0

8

-100

-8

Gesamt

4.030

3.269

23

761

Leistung, Umsatz und EBIT

Deutliches Leistungsplus

Im Segment International + Sondersparten wurde im Jahr 2025 eine deutliche Leistungssteigerung um 23 % auf € 4.030,13 Mio. erwirtschaftet. Die Übernahme der Georgiou Group in Australien trug am stärksten zu dieser Entwicklung bei. In den Bestandsmärkten waren die größten Zuwächse – je nach Land in unterschiedlichen Sparten – in Österreich, Tschechien und Polen feststellbar. Nennenswert sind etwa die Bereiche Building Solutions, Immobilienprojektentwicklung und Tunnelbau. Im Vereinigten Königreich führte die zeitliche Verschiebung von Leistungsanteilen aus Großprojekten in die Folgejahre zu einer rückläufigen Entwicklung.

Der Umsatz erhöhte sich im Jahresvergleich – stärker als die Leistung – um 29 % auf € 3.944,87 Mio. Das Segment International + Sondersparten ist aufgrund von Groß- und Megaprojekten regelmäßigen Schwankungen ausgesetzt. Im Geschäftsjahr 2025 waren geringere Ergebnisbelastungen im volatilen internationalen Projektgeschäft zu verzeichnen. Höhere Ergebnisbeiträge aus dem Infrastrukturentwicklungs- und Building Solutions-Geschäft sowie erstmalige Gewinnübernahmen aus Australien wirkten ebenfalls positiv. Das EBIT belief sich auf € 181,69 Mio. (2024: € -2,28 Mio.), was einer soliden EBIT-Marge von 4,6 % entspricht.

Leistung

Auftragsbestand

Auftragsbestand

UK und Australien treiben Auftragsbestand

Der Auftragsbestand erhöhte sich zum Jahresende 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt stark um 81 % auf € 9.981,89 Mio. Die größten Zuwächse wurden im Vereinigten Königreich – bedingt durch die Akquisition des Wasserinfrastruktur‑Megaprojekts HARP – sowie in Australien durch die Übernahme der Georgiou Group erzielt. Darüber hinaus waren vor allem im Nahen Osten, aber auch in Tschechien und in Österreich in verschiedenen Sparten nennenswerte Erhöhungen des Auftragsbestands feststellbar.

Mitarbeiteranzahl

Im Segment International + Sondersparten erhöhte sich die Mitarbeiteranzahl 2025 um 7 % auf 22.796 Beschäftigte (FTE). Rund die Hälfte dieses Anstiegs ist auf die Übernahme in Australien mit mehr als 800 Mitarbeitenden zurückzuführen. In den bestehenden Märkten wurde die Mitarbeiterzahl zur Realisierung akquirierter Projekte vor allem im Nahen Osten, in Österreich und in Tschechien aufgestockt.

Ausblick

Erhebliches Leistungsplus erwartet

Für das Gesamtjahr 2026 wird im Segment International + Sondersparten aufgrund des signifikant höheren Auftragsbestands eine erhebliche Leistungssteigerung erwartet.

Das Tunnelbau-Geschäft ist aufgrund der Projektgrößen von regelmäßiger Volatilität geprägt. Aktuell werden Großprojekte in Kanada sowie im Vereinigten Königreich umgesetzt. Eine Vielzahl an Projekten in Deutschland sowie kleinere Aufträge in Italien, Tschechien, Slowenien, Kroatien und Österreich sorgen für eine stabile Auslastung.

Der Fokus im internationalen Geschäft liegt auf langjährigen Bestandsmärkten im Nahen Osten (VAE, Oman und Katar) und in Südamerika (Chile). Der kurz- und mittelfristige Ausblick bleibt weiterhin optimistisch. Im Mining konnte durch einen weiteren Großauftrag in Chile der Auftragsbestand stark ausgeweitet werden, während im Nahen Osten ein Hochbau-Großprojekt sowie Straßenbauprojekte im Oman für eine gute Auslastung sorgen. Zusätzlich bieten Dekarbonisierungsvorhaben und eine starke Rohstoffnachfrage in diesen Regionen Wachstumschancen.

Am 28.2.2026 starteten die USA und Israel Luftangriffe auf den Iran, was zu Gegenschlägen Irans in der Region führte. STRABAG ist nicht im Iran tätig, jedoch in Qatar, VAE und im Oman. Mit der Übernahme der WTE Wassertechnik GmbH kommen Bahrain und Kuwait hinzu. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts gab es in diesen Regionen keine Schäden an Einrichtungen des Unternehmens. Entsprechend der Empfehlungen der Behörden, wurden die Aktivitäten zwischenzeitlich eingestellt oder stark reduziert. Welche Auswirkungen der Krieg mittelfristig haben wird, etwa aufgrund steigender Energiepreise, kann zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch nicht abgeschätzt werden.

Im Vereinigten Königreich, wo STRABAG seit vielen Jahren erfolgreich im Projektgeschäft tätig ist, schreitet der Aufbau eines Flächengeschäfts planmäßig voran. Langfristverträge im öffentlichen und privaten Sektor sollen künftig Wachstumschancen in den Bereichen Mobilitäts-, Wasser- und Energieinfrastruktur sowie jüngst auch im Hochbau eröffnen.

In Australien erfolgt aktuell die Integration der im März übernommenen Georgiou Group. Die Nachfrage nach Bauleistungen zeigt sich stabil, wobei absehbare Auftragsrückgänge in New South Wales durch eine steigende Anzahl von Großprojekten in Western Australia und Queensland weitgehend kompensiert werden dürften. Neben angekündigten Großinvestitionen in die staatliche Energieinfrastruktur werden auch die Olympischen Spiele Brisbane 2032 die Nachfrage nach Bauleistungen in den Jahren 2026 bis 2030 spürbar erhöhen.

Der Bereich Energy Infrastructure konnte sich im Jahr 2025 einige bedeutende Aufträge sichern, darunter den Bau der weltweit größten Wärmepumpe in Mannheim. Für 2026 wird eine anhaltend dynamische Marktentwicklung im Bereich der Energie- und Wasserinfrastruktur erwartet, die maßgeblich durch die europaweiten Bemühungen zur Erreichung der Klimaziele sowie durch nationale Investitionsprogramme beeinflusst wird. Mit dem Closing der WTE Wassertechnik GmbH im März 2026 wird STRABAG zur Komplettanbieterin im Bereich des ganzheitlichen Wassermanagements. Unterstützt durch weiteres anorganisches Wachstum soll die Wertschöpfungstiefe erhöht werden.

Der Bereich Building Solutions hat im März 2025 mit Instalace Praha eine zusätzliche TGA-Expertin in Tschechien mit rund 280 Mitarbeitenden übernommen. Zum Auf- und Ausbau der konzernweiten TGA-Kompetenzen werden Akquisitionen in Österreich, Deutschland und Zentralosteuropa angestrebt. Durch die Verschränkung von Facility Management mit TGA-Kompetenzen entwickelt sich der Geschäftsbereich zum Komplettanbieter für Dekarbonisierung und nachhaltigen Gebäudebetrieb.

Im Bereich Infrastruktur Development liegt ein Schwerpunkt auf dem Haweswater Aqueduct Resilience Programme (HARP) im Vereinigten Königreich, dessen Closing im Berichtsjahr erfolgte. Im Einklang mit der Strategie 2030 werden PV- und Batteriespeicherprojekte (BESS) entwickelt, um den Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland zu erhöhen. Darüber hinaus wird in Kolumbien ein Portfolio an PV-Großprojekten aufgebaut, und weitere Konzessionsprojekte in den Kernmärkten des Konzerns bearbeitet.

Im Bereich Immobilien Development dürfte durch die erwartete konjunkturelle Belebung in Deutschland und Österreich die Talsohle durchschritten werden, wobei eine deutliche Erholung bei gewerblichen Immobilientransaktionen erst ab 2027 erwartet wird. Gleichzeitig zeichnet sich, vor allem bei nachhaltigen Gewerbeimmobilien und leistbaren Wohnungen, eine Angebotslücke ab, sowie eine Konsolidierung in der Entwickler- und Bauträgerbranche. STRABAG hat ihre Aktivitäten vor allem in wohn- und wohnnahen Assetklassen verstärkt und sich damit resilienter aufgestellt.

Die STRABAG Hold Estate konnte sich in den vergangenen drei Jahren am Markt etablieren und erweitert das Leistungsspektrum des STRABAG-Konzern um die langfristige, strategische Bestandshaltung von nicht betriebsnotwendigen Immobilien. Nach den überwiegend in Deutschland und Österreich durchgeführten Akquisitionen in den Assetklassen Büro, Wohnen und Hotel wird der Fokus nun auf CEE gelenkt.

Ausgewählte Großprojekte – Segment International + Sondersparten

Land

Projekt

Auftragsbestand € Mio.

Anteil am Gesamtauftrags- bestand des Konzerns %

Vereinigtes Königreich

Haweswater Aqueduct Resilience Programme (HARP)

2.636

8,4

Vereinigtes Königreich

HS2 Hochgeschwindigkeitsstrecke

1.327

4,2

Vereinigtes Königreich

Woodsmith Project

274

0,9

Kanada

Scarborough Subway Extension Line 2

207

0,7

Australien

Tonkin Extension

169

0,5

Segment Sonstiges

Servicebetriebe und Stabsbereiche

In diesem Segment werden die unternehmensinternen Zentralbereiche und Konzernstabsbereiche ausgewiesen.

€ Mio.

2025

2024

Δ 2024-2025 %

Δ 2024-2025 absolut

Leistung

168,67

227,96

-26

-59

Umsatzerlöse

19,08

17,92

6

1

Auftragsbestand

15,85

30,82

-49

-15

EBIT

-8,93

0,74

n.a.

-10

EBIT-Marge (% des Umsatzes)

-46,8

4,1

Mitarbeiteranzahl (FTE)

8.036

7.675

5

361