Sonstige Angaben

38 Angaben zur Aktionärsstruktur

Das kontrollierende Kernaktionariat der STRABAG SE besteht aus der Haselsteiner-Gruppe sowie der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe und der UNIQA-Gruppe. Zwischen den Kernaktionären wurde am 18.8.2022 ein Syndikatsvertrag abgeschlossen.

Die Aktien der Minderheitsaktionärin MKAO „Rasperia Trading Limited“ („Rasperia“) wurden am 8.4.2022 infolge der Aufnahme von Oleg Deripaska in die EU-Sanktionsliste eingefroren („Asset Freeze“), da Oleg Deripaska jedenfalls zu diesem Zeitpunkt Rasperia kontrolliert hat.  Seither stellt Rasperia kein nahestehendes Unternehmen mehr dar. In der Folge wurde Rasperia am 15.4.2024 selbst namentlich auf die Sanktionsliste des U.S. Department of the Treasury’s Office of Foreign Assets Control (OFAC) und am 28.6.2024 mit Durchführungsverordnung (EU) 2024/1842 des Rates der Europäischen Union auf die EU-Sanktionsliste gesetzt.

Aufgrund des bestehenden Asset Freeze für den 24,1 %-Anteil von Rasperia kann Rasperia derzeit keine Aktionärsrechte ausüben, insbesondere nicht an Hauptversammlungen der STRABAG SE teilnehmen und keine Stimmrechte ausüben. Die beiden Anfechtungsverfahren, die von Rasperia in diesem Zusammenhang gegen Hauptversammlungsbeschlüsse aus dem Jahr 2022 eingeleitet wurden, ebenso wie das von Rasperia vor der Übernahmekommission eingeleitete Nachprüfungsverfahren, sind noch anhängig.

In der Hauptversammlung vom 13.6.2025 wurde eine Dividende in Höhe von € 2,50 je Aktie beschlossen. Da die Dividendenansprüche aus den von Rasperia erhaltenen Aktien aufgrund der verhängten Sanktionen eingefroren sind, wurde die auf Rasperia entfallende Dividende (abzüglich der Kapitalertragsteuer) in Höhe von T€ 51.656 wie in den Vorjahren nicht ausbezahlt. Zum 31.12.2025 sind daher nicht ausbezahlte Dividendenansprüche in Höhe von T€ 179.764 (2024: T€ 128.108) als sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen.

Der aus der von der Hauptversammlung 2023 beschlossenen Kapitalherabsetzung auf Rasperia entfallende Ausschüttungsanspruch in Höhe von T€ 257.925 ist als sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeit erfasst und wird aufgrund der bestehenden Sanktionen ebenfalls weiterhin einbehalten.

Im Geschäftsjahr 2025 bestanden wie im Vorjahr keine Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die Rasperia (oder Herrn Deripaska) zuzuordnen sind.

Im August 2024 klagte Rasperia beim Handelsgericht Kaliningrad die STRABAG SE, deren Kernaktionäre und die AO Raiffeisenbank auf Schadenersatz wegen faktischer Wertlosigkeit ihrer STRABAG-Aktien (einschließlich der Dividendenansprüche für die Geschäftsjahre 2021, 2022 und 2023) im Zusammenhang mit der Einhaltung der Sanktionen durch die STRABAG SE und die Kernaktionäre. Das Handelsgericht Kaliningrad sprach Rasperia die eingeklagten € 1,87 Mrd. plus Zinsen in vollem Umfang zu; der Betrag wurde bei der AO Raiffeisenbank in Russland eingehoben. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Im August 2025 hat Rasperia beim Handelsgericht Kaliningrad eine weitere Klage gegen STRABAG SE, deren Kernaktionäre und die AO Raiffeisenbank eingebracht. Die Klage ist auf weiteren Schadenersatz in Höhe von € 326 Mio. plus Zinsen gerichtet. Gegenstand der Klage sind die eingefrorene Ausschüttung aus den von der Hauptversammlung 2023 beschlossenen Kapitalmaßnahmen und der Dividendenanspruch für das Geschäftsjahr 2024. Der Klage wurde bereits in zwei Instanzen stattgegeben. Sie ist daher rechtskräftig, auch wenn sie von den Beklagten mit einem weiteren Rechtmittel bekämpft wird.

Die im Oktober 2024 vor einem Schiedsgericht in Amsterdam eingereichte Klage der STRABAG-Kernaktionäre gegen Rasperia betreffend das Vorkaufsrecht aus dem (ehemaligen) Syndikatsvertrag wurde aufgrund eines im Juni 2025 von Rasperia beim Handelsgericht Kaliningrad eingebrachten strafbewehrten Unterlassungsantrags von den Kernaktionären im Geschäftsjahr 2025 zurückgenommen. Das Verfahren über diesen Unterlassungsantrag, mit welchem der STRABAG SE, deren Kernaktionären, der Raiffeisen Bank International (RBI) sowie AO Raiffeisenbank verboten werden soll, gerichtliche Verfahren an Gerichten außerhalb der Russischen Föderation gegen Rasperia einzuleiten oder fortzusetzen und für den Fall von Verstößen einen pauschalen Schadenersatz in Höhe von € 1,09 Mrd. zu verhängen, ist weiterhin anhängig.

39 Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe / UNIQA-Gruppe

Mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe und der UNIQA-Gruppe werden fremdübliche Finanzierungs- und Versicherungsgeschäfte abgewickelt sowie vereinzelt Bauleistungen erbracht.

Die Forderungen aus Girokonten und Veranlagungen gegenüber der Raiffeisen-Gruppe betrugen zum 31.12.2025 T€ 492.752 (2024: T€ 466.276), die Verbindlichkeiten aus Finanzierungen und Girokonten betrugen zum 31.12.2025 T€ 0 (2024: T€ 0). Der Zinsertrag belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf T€ 11.880 (2024: T€ 18.421), der Zinsaufwand betrug T€ 1.535 (2024: T€ 11).

Prämien für Versicherungsverträge mit der UNIQA-Gruppe wurden in Höhe von T€ 1.154 (2024: T€ 1.703) aufwandswirksam erfasst.

Haselsteiner-Gruppe

Die Haselsteiner-Gruppe hält 5,1 % an der STRABAG Real Estate GmbH, Köln. Das Ergebnis dieser Gesellschaft wird im nicht-beherrschenden Gesellschaftern zustehenden Ergebnis mit T€ -365 (2024: T€ 855) ausgewiesen. Die Ausschüttung aus der vorgenannten Gesellschaft betrug im Geschäftsjahr 2025 T€ 3.060 (2024: T€ 0)

Die Geschäftsbeziehungen der STRABAG SE zu den Unternehmen der Haselsteiner-Gruppe inklusive gemeinsamer Beteiligungen betreffen im Wesentlichen Bauleistungen und stellen sich im Geschäftsjahr wie folgt dar.

T€

2025

2024

Erbrachte Lieferungen und Leistungen

6.076

23.095

Erhaltene Lieferungen und Leistungen

2.368

4.817

Forderungen am 31.12.

7.372

14.018

Verbindlichkeiten am 31.12.

882

1.332

IDAG

Die IDAG Immobilienbeteiligung u. -Development GmbH wird zur Gänze von Privatstiftungen gehalten, deren Begünstigte die Haselsteiner-Gruppe und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe sind. Der Geschäftszweck der IDAG Immobilienbeteiligung u. -Development GmbH ist die Immobilienentwicklung und die Beteiligung an Immobilienprojekten.

Die IDAG Immobilienbeteiligung u. -Development GmbH ist über Tochtergesellschaften Eigentümerin der Konzernzentrale von STRABAG in Wien sowie des Bürostandorts von STRABAG in Graz. Die Bürohäuser werden vom STRABAG SE-Konzern zu fremdüblichen Konditionen angemietet. Die Mietaufwendungen aus diesen beiden Gebäuden betrugen im Geschäftsjahr 2025 T€ 10.465 (2024: T€ 10.279). Es handelt sich dabei um Leasingverhältnisse, die gemäß IFRS 16 als Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen bzw. Leasingverbindlichkeiten darzustellen sind. Im Konzernabschluss zum 31.12.2025 waren ein Nutzungsrecht im Wert von T€ 39.388 (2024: T€ 48.432) sowie Leasingverbindlichkeiten in Höhe von T€ 26.270 (2024: T€ 31.142) ausgewiesen. In den Leasingverbindlichkeiten sind die Mietkautionen in Höhe von T€ 15.450 (2024: T€ 19.717) abgesetzt. Weiters wurden vom IDAG-Konzern sonstige Leistungen in Höhe von T€ 0 (2024: T€ 41) bezogen.

Zudem wurden im Geschäftsjahr 2025 Umsätze mit dem IDAG-Konzern in Höhe von T€ 3.367 (2024: T€ 1.454) getätigt. Im Geschäftsjahr 2025 wurde eine Ausschüttung aus einer Beteiligung des IDAG-Konzerns, an der der STRABAG SE-Konzern einen Minderheitsanteil hält, in Höhe von T€ 0 (2024: T€ 2.000) als Erträge aus Beteiligungen erfasst.

Equity-Beteiligungen

In der Holcim Cement CE Holding GmbH sind die Zementaktivitäten von Holcim, einem marktführenden Unternehmen in der Baustoffherstellung, und STRABAG in den zentraleuropäischen Ländern gebündelt. Die gemeinsamen Aktivitäten zielen auf einen angemessenen Versorgungsgrad mit Zement in den Kernländern des Konzerns ab. STRABAG hat 2025 Zementleistungen im Wert von T€ 48.461 (2024: T€ 36.963) bezogen. Zum Stichtag bestehen Verbindlichkeiten gegenüber der Holcim Cement CE Holding GmbH-Gruppe in Höhe von T€ 3.342 (2024: T€ 955).

Die Geschäftsbeziehungen zu den sonstigen Equity-Unternehmen stellen sich wie folgt dar:

T€

2025

2024

Erbrachte Lieferungen und Leistungen

135.080

103.780

Erhaltene Lieferungen und Leistungen

61.146

65.087

Forderungen am 31.12.

17.418

16.520

Verbindlichkeiten am 31.12.

17.879

13.989

Finanzierungsforderungen am 31.12.

86.255

98.380

Hinsichtlich Arbeitsgemeinschaften wird auf Punkt (18) Angaben zu Arbeitsgemeinschaften verwiesen.

Management

Für Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter:innen der ersten Führungsebene (Management in Schlüsselpositionen), deren Familienangehörige sowie Unternehmen, die vom Management in Schlüsselpositionen beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden, wurden im Geschäftsjahr Leistungen in Höhe von T€ 23 (2024: T€ 7) erbracht bzw. von diesen Leistungen in Höhe von T€ 36 (2024: T€ 57) bezogen. Zum Bilanzstichtag bestanden aus diesen Geschäftsbeziehungen Forderungen in Höhe von T€ 0 (2024: T€ 0) bzw. Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 2 (2024: T€ 0).

An Mitglieder des Aufsichtsrats bzw. maßgeblich beeinflusste Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr Leistungen in Höhe von T€ 207 (2024: T€ 0) erbracht. Von Gesellschaften, in denen Mitglieder des Aufsichtsrates eine Organstellung haben bzw. an denen beteiligt sind, wurden fremdübliche Leistungen in Höhe von T€ 6.012 (2024: T€ 585) erbracht. Zum Bilanzstichtag bestanden aus diesen Geschäftsbeziehungen Forderungen in Höhe von T€ 4 (2024: T€ 0) bzw. Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 36 (2024: T€ 0).

Die Gesamtbezüge einschließlich allfälliger Abfertigungs- und Pensionszahlungen sowie sonstiger langfristiger Verpflichtungen für Mitarbeiter:innen der ersten Führungsebene betrugen im Geschäftsjahr T€ 30.924 (2024: T€ 23.687). Davon entfielen auf laufende Bezüge, die fixe und variable Vergütungen für das vorangegangene Geschäftsjahr umfassen, T€ 30.768 (2024: T€ 23.488) sowie auf Abfertigungs- und Pensionsaufwendungen T€ 156 (2024: T€ 199). Zum 31.12.2025 bestehen Verpflichtungen aus variablen Vergütungen in Höhe von T€ 27.499 (2024: T€ 23.118). Diese umfassen die Rückstellung für Gewinnbeteiligungen für das Geschäftsjahr sowie Einbehalte aus variablen Vergütungen.

40 Angaben über Organe

Vorstand

Klemens Haselsteiner, BBA, BF (Vorsitzender des Vorstands bis 17.1.2025)

Dipl.-Ing. Stefan Kratochwill (Vorsitzender des Vorstands seit 19.2.2025)

Mag. Christian Harder

Dipl.-Ing. (FH) Jörg Rösler

Dipl.-Ing. (FH) Péter Glöckler (seit 11.8.2025)

Dipl.-Ing. Siegfried Wanker

Dipl.-Ing. (FH) Alfred Watzl (bis 6.8.2025)

Aufsichtsrat

Mag. Kerstin Gelbmann (Vorsitzende)

Mag. Erwin Hameseder (Stellvertreter der Vorsitzenden)

Dr. Andreas Brandstetter

Dr. Valerie Hackl

Dipl.-Ing. Sebastian Haselsteiner (seit 13.6.2025)

Mag. Gabriele Schallegger

Dipl.-Ing. Andreas Batke (Betriebsratsmitglied)

Karl Gerdes (Betriebsratsmitglied)

Magdolna P. Gyulainé (Betriebsratsmitglied)

Georg Hinterschuster (Betriebsratsmitglied)

Daniel Riesenberg (Betriebsratsmitglied) (seit 1.9.2025)

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr T€ 10.420 (2024: T€ 9.953). Der Abfertigungsaufwand betraf mit T€ 142 (2024: T€ 127) die Mitglieder des Vorstands. Zum 31.12. bestehen Verpflichtungen aus variablen Vergütungen in Höhe von T€ 11.345 (2024: T€ 8.428). Diese umfassen die Rückstellung für Gewinnbeteiligungen für das Geschäftsjahr sowie Einbehalte aus variablen Vergütungen.

Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Geschäftsjahr 2025 T€ 257 (2024: T€ 238). Den Mitgliedern des Vorstands sowie des Aufsichtsrats der STRABAG SE wurden keine Vorschüsse und Kredite gewährt.

41 Aufwendungen für Abschlussprüfer

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für die Abschlussprüferin PwC Wirtschaftsprüfung GmbH und deren Netzwerkgesellschaften betrugen in Summe T€ 2.442 (2024: T€ 2.158), von denen T€ 1.733 (2024: T€ 1.607) auf die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Abschlüsse einzelner verbundener Unternehmen) und T€ 709 (2024: T€ 551) auf sonstige Leistungen entfielen.

42 Wesentliche Ereignisse nach Ende des Geschäftsjahres

Am 28.2.2026 starteten die USA und Israel Luftangriffe auf den Iran, was zu Gegenschlägen Irans in der Region führte. STRABAG ist nicht im Iran tätig, jedoch in Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Oman. Mit der Übernahme der WTE Wassertechnik GmbH kommen Bahrain und Kuwait hinzu. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts gab es in diesen Regionen keine Schäden an Einrichtungen des Unternehmens. Entsprechend der Empfehlungen der Behörden, wurden die Aktivitäten vorübergehend eingestellt oder stark reduziert. Welche Auswirkungen der Krieg mittelfristig aufgrund steigender Energie- und Rohstoffpreise haben wird, kann zum Zeitpunkt der Konzernabschlusserstellung aufgrund der nicht absehbaren Dauer noch nicht abgeschätzt werden.

43 Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt vor, eine Dividende in Höhe von € 2,90 je dividendenberechtigter Aktie für das Geschäftsjahr 2025 auszuschütten.

44 Zeitpunkt der Genehmigung zur Veröffentlichung

In Österreich wird bei einer Societas Europaea (SE) der vom Vorstand aufgestellte Konzernjahresabschluss durch den Aufsichtsrat festgestellt. Die Sitzung des Aufsichtsrats der STRABAG SE zur Feststellung des Konzernjahresabschlusses zum 31.12.2025 wird am 21.4.2026 stattfinden.

Villach, am 3.4.2026

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Stefan Kratochwill

Vorsitzender des Vorstands
Zentrale Konzernstabsbereiche und Zentralbereiche BMTI, CML, SID, TPA, ZT

Mag. Christian Harder

Finanzvorstand
Zentralbereich BRVZ

Dipl.-Ing. (FH) Jörg Rösler

Mitglied des Vorstands
Segment Nord + West

Dipl.-Ing. (FH) Péter Glöckler

Mitglied des Vorstands
Segment Süd + Ost

Dipl.-Ing. Siegfried Wanker

Mitglied des Vorstands
Segment International + Sondersparten