Vorwort

Stefan Kratochwill, Vorstandsvorsitzender

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!

„Machen ist wie wollen – nur besser“: Mit dieser Tatkraft gehen wir die großen Themen unserer Zeit an. Unser Anspruch als eines der führenden Bauunternehmen Europas ist es, Lösungen für die zentralen Herausforderungen hervorzubringen – vom Infrastrukturbedarf über Mangel an leistbarem Wohnbau bis hin zu High-Tech-Bauten in Industrie und Gesundheit. Wie dieser Anspruch in Ergebnissen sichtbar wird, zeigt der Rückblick auf das vergangene Jahr.

2025 war für STRABAG ein bewegtes und sehr erfolgreiches Jahr. Wir haben mehrere historische Meilensteine erreicht: Unsere Leistung erreichte erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro, der Auftragsbestand stieg auf über 30 Milliarden Euro an und auch unsere EBIT-Marge erreichte mit 6,7 % ihren bisher höchsten Wert. Diese Entwicklung macht mich stolz. Denn herausfordernde Entwicklungen in einzelnen Sparten konnten wir auch im Vorjahr mehr als kompensieren, was die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells unterstreicht. Zu nennen sind etwa der verspätete Haushaltsbeschluss infolge der Bundestagswahlen in Deutschland, fehlende kommunale Mittel in Österreich sowie ein weiterhin verhaltener Wohnungsbaumarkt.

Im Jahr 2025 haben wir mehrere historische Meilensteine erreicht.

Stefan Kratochwill

Dieser Erfolg entsteht nicht von selbst. Er ist in erster Linie das Ergebnis harter Arbeit und täglicher Spitzenleistungen unserer 89.000 Kolleginnen und Kollegen weltweit. Gleichzeitig zeigt sich, dass wir mit unserer strategischen Ausrichtung auf die richtigen Themen und Länder setzen – und diese im Rahmen unserer Strategie 2030 Schritt für Schritt weiterentwickeln.

2025 und im bisherigen Jahresverlauf 2026 sind uns dabei entscheidende Schritte gelungen. Wir haben den Aufbau einer Energie- und Wassersparte eingeleitet und sind mit der Übernahme der WTE Gruppe zur Komplettanbieterin für Wasserinfrastruktur aufgestiegen. Darüber hinaus haben wir serielle Lösungen für leistbares Wohnen entwickelt und treiben mit Investitionen in Wertstromzentren die Kreislaufwirtschaft voran. Mit der Übernahme der Georgiou Group ist uns der Markteintritt in Australien gelungen. Das verschafft STRABAG – über das etablierte europäische Kerngeschäft hinaus – eine starke Basis für künftiges Wachstum und stärkt durch die breitere geografische Aufstellung die langfristige Resilienz des Konzerns.

Mit unserem Fokus auf Mobilitätsinfrastruktur, Energie- und Wasserinfrastruktur, High-Tech-Bauten und Gebäudedekarbonisierung setzen wir auf Märkte, die strukturell wachsen und die 2025 maßgeblich zum Anstieg unseres Auftragsbestands beigetragen haben. So modernisieren wir etwa den Bahnknoten Maksymilianowo in Polen, realisieren Megaprojekte für die Halbleiterindustrie und setzen ein Wasserinfrastruktur-Großprojekt im Vereinigten Königreich um.

Die positive operative Entwicklung hat sich auch am Kapitalmarkt niedergeschlagen. Die STRABAG-Aktie konnte ihren Kurs 2025 mehr als verdoppeln und zog im September in den österreichischen Leitindex ATX ein – ein wichtiger Schritt, der unsere Sichtbarkeit bei internationalen Investorinnen und Investoren weiter erhöht.

Auf Basis der erfreulichen Entwicklungen im vergangenen Jahr, wird der Vorstand der Hauptversammlung am 12. Juni 2026 eine Dividende von 2,90 Euro pro Aktie vorschlagen. Das entspricht einem Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr und einer Dividendenrendite von 4,1%, bezogen auf den Durchschnittskurs des Jahres 2025.

Im Jahr 2026 blicken wir optimistisch auf Chancen, die sich vor allem im Infrastruktur­bereich ergeben.

Stefan Kratochwill

Mit Blick auf 2026 sind wir trotz anhaltender geopolitischer Spannungen zuversichtlich. Besonders in Deutschland sehen wir große Chancen im Infrastrukturausbau. Als Marktführerin mit rund 40.000 Mitarbeitenden, einem dichten Baustoffnetzwerk und flächendeckender Präsenz sind wir bestens aufgestellt, die anstehende Modernisierung der Infrastruktur aktiv mitzugestalten. Auch in unseren osteuropäischen Kernmärkten erwarten wir weiterhin starke Impulse. Insgesamt rechnen wir für 2026 mit einer Leistung von rund 22 Milliarden Euro und einer EBIT‑Marge zwischen 5,0 % und 5,5 %.

Mein persönlicher Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen, die diesen Weg mit uns gehen – mit Engagement, Mut und der Bereitschaft, jeden Tag Verantwortung zu übernehmen.

Ebenso danke ich unseren Kundinnen und Kunden, Partnern und Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihr Vertrauen.

Dipl.-Ing. Stefan Kratochwill

Vorsitzender des Vorstands