Wasser und marine Ressourcen
ESRS 2 SBM-3
Wasser ist zur Erbringung von Baudienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich: von der Baustoffproduktion, bei der große Mengen Wasser in Produkten wie Beton dauerhaft gebunden werden, über den operativen Baubetrieb, in dem Wasser unter anderem zur Staubbindung und Reinigung genutzt wird, bis hin zum Betrieb von Bauwerken einschließlich der wasserführenden technischen Gebäudeausrüstung.
Auch aufgrund der vielfältigen Wechselwirkungen mit anderen Umweltthemen ist die Relevanz des Themas Wassers gestiegen. Im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse hat STRABAG im Jahr 2025 daher eine umfassende Neubewertung des Themas Wasser vorgenommen und dabei wesentliche IROs identifiziert. Dazu zählen einerseits der Wasserverbrauch, der u. a. durch die dauerhafte Bindung in Baustoffen entsteht, und andererseits die Entwicklung von Geschäftsfeldern im Zusammenhang mit Wasser – etwa im Infrastrukturbau sowie bei klimawandelangepassten Bauwerken nach dem Schwammstadtprinzip. Die Analyse erfolgte in Abstimmung mit internen Stakeholdern, eine Einbindung betroffener Gemeinschaften fand nicht statt.
Policies
ESRS E3-1
STRABAG hat das Thema Wasser in der Nachhaltigkeitspolitik sowie in der Umwelt- und Energiepolitik integriert. Die beiden durch den STRABAG SE-Vorstand freigegebenen Dokumente sind konzernweit gültig und halten wesentliche Prinzipien und Handlungsfelder zum verantwortungsvollen Umgang mit Wasser fest. Diese umfassen etwa den Schutz von Wasserkörpern und Wasserökosystemen, die Reduzierung von Wasserverbräuchen entlang unserer Wertschöpfungskette sowie die Entwicklung von risikobasierten Maßnahmen, auch an Standorten in Wasserrisikogebieten. Spezifische Anforderungen zum Thema Wasser in Produktdesign und Dienstleistungen liegen nicht vor; diese werden vom jeweiligen Auftraggeber bzw. von der jeweiligen Auftraggeberin definiert.
Die Entnahme und das Abführen von Wasser unterliegen strengen gesetzlichen Regelungen, die je nach Land, Kontext und Bauprojekt variieren. Neben den konzernweit gültigen Vorgaben in der Nachhaltigkeitspolitik sowie der Umwelt- und Energiepolitik bestehen für den operativen Baubetrieb daher diverse Merkblätter und Checklisten, die in einzelnen Unternehmensbereichen zur Anwendung kommen. Wasser ist außerdem ein relevanter Umweltaspekt im Sinne der ISO 14001 und wird im Rahmen des konzernweit etablierten Umweltmanagementsystems entsprechend erfasst.
Maßnahmen und Projekte
ESRS E3-2
Wasser ist für die gesamte Bauwertschöpfungskette und dementsprechend für diverse Geschäftsaktivitäten eine zentrale Ressource, weshalb bereits eine Vielzahl an Maßnahmen umgesetzt wird. Zum Großteil sind diese gesetzlich vorgegeben und in Projektbescheiden und -bewilligungen festgeschrieben, wodurch auch lokale Anforderungen, etwa in Gebieten mit Wasserstress, berücksichtigt werden.
In der Baustoffproduktion liegt der Fokus derzeit auf Maßnahmen zur Reduktion von Prozesswasser. Aufgrund bestehender Normen ist eine Verringerung des Wasseranteils, der als Zusatzstoff in Baustoffen gebunden wird, außerhalb des eigenen Wirkungsbereichs. Dennoch werden im Produktionsprozess Optimierungen vorgenommen, um die Wasserentnahme so effizient wie möglich zu gestalten, z. B durch den Einsatz von Wiederaufbereitungsanlagen.
Das Wassermanagement bei STRABAG während des Baustellenbetriebs findet größtenteils projektbasiert statt. Je nach Größe und Kontext der Baustelle werden diverse Maßnahmen umgesetzt, um den Schutz von Wasser sicherzustellen und den Wasserverbrauch zu reduzieren. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem:
- Einsatz von (mobilen) Wasseraufbereitungsanlagen, um verschmutztes Wasser zu reinigen und wieder in den Kreislauf zurückführen zu können.
- Meidung von Gewässernähe bei Betankung und Lagerung von Baumaschinen, bei Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen, usw.
- Substitution umweltschädlicher und wassergefährdender Stoffe.
Im Zuge der DGNB-Zertifizierung „Nachhaltige Baustelle“ findet ein strukturiertes monatliches Wassermonitoring statt. Künftig soll die Auswertung der Verbräuche weiterentwickelt werden, um konkrete Verbesserungsmaßnahmen für die Bauaktivitäten ableiten zu können.
Auch in der Nutzungsphase von Gebäuden liegen wesentliche Hebel für die Reduktion des Wasserverbrauchs in der Bauwertschöpfungskette. Die ÖGNI- und DGNB-Systeme sowie die technischen Bewertungskriterien zur EU-Taxonomie-Konformität umfassen verschiedene wasserbezogene Anforderungen an Bauwerke, unter anderem den Einbau von wassersparenden Sanitäranlagen. STRABAG unterstützt in diesem Zusammenhang sowohl durch spezialisierte Beratungsleistungen als auch durch die Errichtung und Modernisierung von Gebäuden, die diese Anforderungen erfüllen.
Eine strukturierte Erhebung der anfallenden Kosten zur Umsetzung von Maßnahmen ist derzeit nicht möglich, da sich das Thema noch in einer frühen Phase des Wissensaufbaus und der Konzeptentwicklung befindet. Die Berichterstattung wird künftig auf der Grundlage belastbarer Daten weiterentwickelt.
Ziele
ESRS E3-3
STRABAG hat bislang keine quantitativen Ziele in Bezug auf Wasser und marine Ressourcen definiert. Aktuell liegt der Arbeitsfokus auf der Weiterentwicklung der Datengrundlage, um in weiterer Folge Bezugsgrößen für etwaige Zielsetzungen zu erhalten.
Kennzahlen
ESRS E3-4
STRABAG berichtet im Geschäftsjahr 2025 erstmals zum Thema Wasser. Da die Datenerhebungsprozesse noch weiterentwickelt werden, basieren die folgenden Kennzahlen größtenteils auf Annahmen und Schätzungen auf Grundlage von Kostenrechnungen sowie auf externen Quellen. Als weitere Informationsgrundlage zur Bestimmung der Annahmen dienen Studien, Produktdatenblätter, Literatur und Erfahrungswerte aus dem operativen Geschäft. Die Erhebung von Primärdaten und mengenbasierten Daten wird kontinuierlich ausgebaut, um die Datenbasis und Berichterstattung künftig zu verbessern.
Die nachfolgenden Kennzahlen beziehen sich derzeit ausschließlich auf Produktionsstandorte für Baustoffe. Immobilienstandorte wurden aufgrund ihres im Vergleich zu Produktionsstandorten sehr geringen Wasserverbrauchs sowie der daraus resultierenden geringen Relevanz für die Kennzahlen als nicht wesentlich eingestuft.
Für Baustellen liegen im Berichtsjahr 2025 noch keine belastbaren Schätzungen zum Wasserverbrauch vor. Grund hierfür ist die erschwerte Quantifizierung der vielfältigen Einflussfaktoren, die je nach Art der Bauaktivität und den damit verbundenen Ressourcenaufwendungen stark variieren können. Zu diesen Einflussgrößen zählen unter anderem der spezifische Materialeinsatz, die Größe und Dauer der Baustelle sowie die geografische Lage. Diese Parameter lassen sich trotz vorliegender projektbezogener Informationen nicht flächendeckend systematisch erfassen. Angesichts der großen Anzahl an Baustellen sowie der Vielzahl potenzieller Einflussfaktoren steht somit aktuell keine ausreichend belastbare Datengrundlage zur Verfügung, um eine fundierte Schätzung des baustellenbezogenen Wasserverbrauchs vorzunehmen.
Einheit | 2025 | 20241 | |
Gesamter Wasserverbrauch | m3 | 270.969 | n.a. |
Gesamter Wasserverbrauch in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind, einschließlich Gebieten mit hohem Wasserstress | m3 | 39.009 | n.a. |
Zurückgewonnenes und wiederverwendetes Wasser | m3 | n.a.2 | n.a. |
Gespeichertes Wasser | m3 | n.a.3 | n.a. |
Wasserintensität | m3 / € Mio. Umsatz | 14,48 | n.a. |
1Im Geschäftsjahr 2025 hat STRABAG die Erhebung und Aufbereitung wasserbezogener Kennzahlen wesentlich vorangetrieben und die zugrunde liegenden Prozesse erweitert. Aufgrund technischer Einschränkungen bei der Datenverfügbarkeit ist eine rückwirkende Ermittlung der Kennzahlen für das Jahr 2024 nicht möglich.
2Aufgrund derzeitiger Einschränkungen in der Datenerhebung ist eine Berichterstattung des zurückgewonnenen und wiederverwendeten Wassers nicht möglich.
3Einige wenige Bauprojekte setzen Maßnahmen zur Regenwassergewinnung, um leitungsgebundene Wasserverbräuche zu verringern. Diese sind jedoch nicht wesentlich, weshalb die Erhebung des gespeicherten Wassers derzeit nicht im Fokus steht.
Methodische Erläuterungen
Berichteter Indikator | Methodische Erläuterung |
Gesamter Wasserverbrauch | Die Daten zur Wasserentnahme basieren auf kaufmännischen Aufzeichnungen der Produktionsstandorte. Als Produktionsstandorte sind jene Geschäftsfelder der STRABAG definiert, an denen eine Baustoffproduktion stattfindet. Hierzu gehören Sand und Kies, Asphalt, Beton, Fertigteile, Bitumenemulsion sowie Stein und Splitt. Die Wasserentnahmen aus den genannten Geschäftsfeldern bilden die primäre Datengrundlage für die Ermittlung des Wasserverbrauchs und werden konsistent für alle berücksichtigten Standorte herangezogen. Der Wasserverbrauch wird als Differenz zwischen der Wasserentnahme und dem Anteil des im Endprodukt verbleibenden Wassers sowie prozessbedingten Verdunstungen bestimmt. Die zur Ableitung der gebundenen Wassermengen sowie der prozessbezogenen Wasserverbräuche herangezogenen Annahmen stützen sich auf internes Expertenwissen, Erfahrungswerte aus vergleichbaren Produktionsprozessen sowie einschlägige Literaturquellen. Aufgrund der teilweise modellbasierten Ermittlung unterliegen die Kennzahlen einer inhärenten Schätzunsicherheit. |
Gesamter Wasserverbrauch in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind, einschließlich Gebieten mit hohem Wasserstress | Um die regionale Einschränkung des gesamten Wasserverbrauchs vorzunehmen, werden zunächst die Ergebnisse der Risikoanalyse herangezogen. Der Berechnung des entsprechenden Wasserverbrauchs liegen die gleichen methodischen Annahmen wie oben ausgeführt zugrunde. |
Wasserintensität | Der Indikator ergibt sich aus dem Gesamtwasserverbrauch pro € Mio. Umsatz. |